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In der Normandie Entschlossenheit bekräftigt: Bush und Chirac gedenken Gefallenen der alliierten Invasion

zuletzt aktualisiert: 27.05.2002 - 18:47

Sainte-Mère-Eglise/Colleville-sur-Mer (rpo). Am "Memorial Day" setzte der Sohn eines Kriegsveteranen diesmal den Fuß auf historischen Boden. US-Präsident George W. Bush hat am Dienstag gemeinsam mit Frankreichs Staatspräsident Chirac in der Normandie der Gefallenen der alliierten Invasion gedacht.

Am Schauplatz blutiger Schlachten des 2. Weltkrieges hat Bush seine Kampfansage an den internationalen Terrorismus erneuert. Am normannischen Strand spannte er den Bogen von der alliierten Invasion gegen Nazi-Deutschland hin zum gemeinsamen Einsatz gegen die Taliban und El Kaida in Afghanistan, die Opfer der Gegenwart an den Opfern der Vorväter messend.

"Es ist ein Opfer, dass wir zum Wohle Amerikas und Frankreichs und zum Wohle der Freiheit in aller Welt bringen werden," versprach der Präsident. Das transatlantische Bündnis, das einst geschmiedet wurde, bestehe weiter und sei sichtbar durch Soldaten in vielen Uniformen, die zu dieser Stunde die Welt gegen Terroristen verteidigten.

Am "Memorial Day", an dem ein Präsident sonst die Gefallenen auf dem Nationalfriedhof in Arlington bei Washington ehrt, setzte der Sohn eines Kriegsveteranen diesmal den Fuß auf historischen Boden. Er eiferte seinem Vater George Bush nach, der vor 13 Jahren in Italien ebenfalls fern des Potomac-Flusses der Kriegstoten gedacht hatte.

Langsam und nachdenklich schritt Bush mit seiner Frau Laura auf dem amerikanischen Militärfriedhof Colleville-sur-Mer die langen Reihen weißer Kreuze ab, die an diesem dunklen Tag von kleinen amerikanischen und französischen Fähnchen gesäumt wurden. 9386 Tote liegen dort begraben.

Mit dem Hubschrauber überflog der Präsident auf dem Weg nach Colleville-sur-Mer die Strände mit amerikanischen Namen wie Utah Beach oder Omaha Beach. Hollywood hat mit Tom Hanks auf der Suche nach dem Soldaten Ryan das Blutbad des 6. Juni 1944 filmisch verewigt. Am Ende des "längsten Tages" hatten mehr als 3000 Soldaten an der "bloody" Omaha Beach ihr Leben gelassen. Die Spuren des Krieges sind dort heute kaum noch zu erahnen.

Auch Bushs Vorgänger haben die historischen Stätten bereits für denkwürdige Auftritte genutzt. 1984 rührte Ronald Reagan die Kriegsveteranen mit einer bewegenden Rede an der Landspitze von Hoc zu Tränen, 1994 ging Bill Clinton gedankenverloren am Strand spazieren.

Für die Region war es ein denkwürdiger Tag. "Wir haben nicht alle Tage zwei Präsidenten hier", sagte eine Bäckerin in Sainte-Mère- Eglise, einer 1600-Seelen-Gemeinde in der Nähe von Utah Beach, an der im Juni 1944 eine amerikanische Division mit vielen seekranken und müden Soldaten Fuß gefasst hatte. Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac hatte es sich nicht nehmen lassen, mit Bush in die Normandie zu reisen.

In den vergangenen Wochen waren in Sainte-Mère-Eglise immer wieder wortkarge Männer in dunklen Anzügen aufgetaucht, ein Kaugummi kauend und der französischen Sprache kaum mächtig. Sie inspizierten jeden Winkel des Dorfes. Etwa 1500 US-Sicherheitsleute wachten in den gut 24 Stunden, die der Präsident auf französischem Boden verbrachte, über jedes Detail.

US-Präsident Bush in Rom

Am frühen Abend ist US-Präsident George W. Bush in Rom eingetroffen. Am Dienstag wird er an dem NATO-Russland-Gipfel auf dem Luftwaffenstützpunkt Pratica di Mare bei Rom teilnehmen. Dabei wird die neue enge Zusammenarbeit zwischen dem westlichen Militärbündnis und Moskau formell besiegelt.

Quelle: RPO Archiv

 
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