US-Senat gegen Projekte in Nationalparks: Bushs Energiepolitik stößt auf Ablehnung
zuletzt aktualisiert: 12.07.2001 - 12:11Washington (rpo). George W. Bushs Energiepolitik stößt auch im eigenen Land auf breite Ablehnung. Der von den Demokraten beherrschte Senat lehnte am Mittwoch auch mit den Stimmen von gemäßigten Republikanern Pläne für eine Kohle-, Erdöl- und Erdgasförderung in den Nationalparks im Westen der USA ab. Für die Öl- und Gasförderung im Golf von Mexiko und einem Naturschutzgebiet in der Arktis sieht es ebenfalls schlecht aus.
Der Führer der Republikaner im Senat, Trent Lott, beklagte schon, vermutlich sei die Abstimmung über den Golf von Mexiko die letzte energiepolitische Entscheidung in diesem Jahr. Der vor zwei Monaten von der Bush-Regierung vorgestellte Entwurf für die Energiepolitik legte ein deutliches Schwergewicht auf die Entdeckung und Erschließung neuer Kohle-, Gas- und Ölvorkommen, den Bau neuer Kraftwerke und weiterer Hochspannungsleitungen.
Demokraten und gemäßigte Republikaner in beiden Häusern des Kongresses haben dieser Politik bislang eine Absage erteilt. Sie betonen hingegen die Notwendigkeit von Energieeinsparungen. Zu den Plänen der Regierung für die Nationalparks im Westen der USA sagte der demokratische Abgeordnete Senator Richard Durbin, die Zerstörung dieser einzigartigen Landschaften löse nicht die Energieprobleme der USA. Das Vorhaben wurde im Senat mit 57 zu 42 Stimmen abgelehnt. Bergbau- und Fördermaßnahmen, die bereits in Gang gesetzt wurden, dürfen allerdings weitergeführt werden.
Auch die geplante Gasförderung im Golf von Mexiko wurde von der Regierung bereits deutlich zusammengestrichen, nachdem klar wurde, dass die ursprünglichen Pläne keine Chance hätten. Bei der Förderung gebe es wirklich kein Umweltrisiko, erklärte Lott. "Wenn wir nirgendwo mehr bohren können, was sollen wir dann noch tun?" klagte Lott. Der demokratische Senator Bill Nelson aus Florida machte aber klar, dass viele Menschen dort gar nichts von den Bohrungen halten. "Sie wollen kein Öl an ihre Strände schwappen sehen", sagte Nelson.
Josef Hebert
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