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Persönlich
Can Dündar . . . wirbt für die Freiheitsrechte

Die Gefolgsleute des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan sehen in ihm einen gefährlichen Terroristen. Der Westen und vor allem die Menschen seines Zufluchtslandes Deutschland würdigen ihn dagegen als Verfechter von Menschenrechten und Mahner für die Freiheitsbelange aller Menschen. Can Dündar, der frühere Chefredakteur der türkischen Zeitung "Cumhuriyet", wurde gestern mit dem Siebenpfeiffer-Preis für sein Eintreten für die Pressefreiheit geehrt. Im Mai 2016 war Dündar in seiner türkischen Heimat zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Der Grund: Er hatte zusammen mit einem Kollegen über geheime Waffenlieferungen des türkischen Geheimdienstes an Islamisten in Syrien berichtet. Das gefiel der Regierung in Ankara in keiner Weise. Von Godehard Uhlemann

Der Preis der Berichterstattung war für den renommierten Journalisten hoch. Dündar setzte sich später nach Deutschland ab - fern von Frau und Sohn. Beide dürfen die Türkei nicht verlassen. Die Familie ist seitdem zerrissen. So lebt er nun im Exil als Mahner und als mit Worten kämpfender Mann für Freiheit. In der Türkei sieht er die Grundrechte wie parlamentarische Demokratie, Pressefreiheit und Gleichheit der Geschlechter außer Kraft. "Wir kämpfen, um diese Werte zu erhalten", sagte er bei der Preisverleihung. Er nimmt dabei Europa in die Pflicht "Europa hat bei alledem auch eine Verantwortung", sagte er. Freiheitsrechte dürften niemals Verhandlungsmasse werden, meinte Dündar mit Blick auf das zwischen der EU und der Türkei abgeschlossene Flüchtlingsabkommen. Damit habe die EU Erdogan einen großen Trumpf in die Hand gedrückt.

Der Siebenpfeiffer-Preis wird seit 1989 nur alle zwei Jahre verliehen. Ausgezeichnet werden Journalisten, die "für die freiheitlichen Grundrechte und demokratischen Grundwerte in herausausragender Weise" kämpfen.

Quelle: RP
 
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