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Persönlich
Carlos Ghosn . . . muss Gehalt teilweise spenden

Faul ist Carlos Ghosn wahrlich nicht: Der 62-Jährige ist einer der wenigen Spitzenmanager der Welt, die zwei Unternehmen (Renault und Nissan) auf zwei Kontinenten führen - und dafür auch zwei Gehälter bekommen. Zwei Wochen pro Monat arbeitet er in Frankreich für jährlich 7,2 Millionen Euro, zwei Wochen in Japan für rund acht Millionen Euro. Wann der geschiedene Vater von vier Kindern ein Privatleben hat, ist eine spannende Frage. Künftig wird er bei seinem Einkommen in Frankreich eine Einbuße hinnehmen müssen: Die Regierung setzte als Minderheitsaktionär von Renault durch, dass er auf rund 200.000 Euro der jährlich möglichen Erfolgsprämie von 1,2 Millionen Euro verzichtet. Egal: Rund sieben Millionen Euro erhält er inklusive Aktienoptionen auch so alleine von Renault - davon wird er nun jedes Jahr eine Million Euro an eine Stiftung spenden. Renault hatte Ghosns Gehalt gegen ein Votum der Aktionäre durchgesetzt - zum Ärger der Regierung. Von Reinhard Kowalewsky

Am Ende können alle zufrieden sein: Der in Brasilien geborene Libanese mit Studium in Paris präsentiert sich als Wohltäter, die sozialistische Regierung demonstriert, dass bei einem der wichtigsten Konzerne weiter nicht uneingeschränkt "amerikanische Verhältnisse" herrschen. Nun kann sich Ghosn wieder auf das Geschäft konzentrieren - und da müssen auch deutsche Autobauer aufpassen. So sollen Renault und Nissan als eng kooperierende Unternehmen rund vier Milliarden Euro in die Entwicklung von Elektroautos investieren. Renault ist an der Börse 26 Milliarden Euro wert - dreimal so viel wie vor fünf Jahren. Nicht ganz auszuschließen ist, dass der fließend Französisch, Portugiesisch, Arabisch und Englisch sprechende Bürger von drei Staaten (Brasilien, Frankreich, Libanon) noch in die Politik geht. Im Libanon wurde der erfolgreichste Sohn des Landes vor einigen Jahren schon als Präsidentschaftskandidat vorgeschlagen.

Quelle: RP
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