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Rot-Rot-Grün
Özdemir erteilt Gysi eine Abfuhr

Cem Özdemir will von Gregor Gysis Avancen nichts wissen
Grünen-Chef Cem Özdemir steht der Linkspartei skeptisch gegenüber. FOTO: dpa, ahe lof jhe
Exklusiv | Berlin. Angesichts der ersten rot-rot-grünen Regierung unter Führung der Linken in Thüringen drückt Linken-Fraktionschef Gregor Gysi aufs Tempo, um auch auf Bundesebene zu einem Bündnis aus SPD, Linken und Grünen zu kommen. Die Grünen weisen den Vorstoß jedoch zurück.

"Es wird Zeit, dass wir ernsthafte Gespräche führen, um zu sehen, was geht", sagte Gysi der Nachrichtenagentur dpa. Die Parteivorsitzenden sollten Personen benennen, die Annäherungen ausloten könnten.

Die Grünen wiesen den Vorstoß zurück. "Das Ausloten einer Regierungsperspektive sollte nicht mit einem Talkshowauftritt verwechselt werden", sagte Grünen-Chef Cem Özdemir unserer Redaktion. Eine Annäherung an die bundesdeutsche Wirklichkeit könne er bei der Linkspartei bislang nicht erkennen. "Weder ein Anti-Euro-Kurs, noch ein Anti-Israel-Kurs noch ein Pro-Putin-Kurs oder ein Pro-Schulden-Kurs ist mit uns machbar", erklärte Özdemir. Die Grünen stünden mit allen im Parlament vertretenen Parteien regelmäßig im Austausch. Für Sondierungsgespräche sei es aber "drei Jahre vor der Bundestagswahl noch ein bisschen früh".

"Bevor Gregor Gysi öffentlichkeitswirksam auf die Suche nach möglichen Koalitionspartnern geht, sollte er sich erst einmal um seinen Laden kümmern und bei sich klären, welchen Kurs die Linke eigentlich einschlagen will", sagte Grünen-Parlamentsgeschäftsführerin Britta Haßelmann.

(may-)
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