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23. Jahrestag der islamischen Revolution: Chatami warnt vor drittem Weltkrieg

zuletzt aktualisiert: 11.02.2002 - 09:20

Teheran (rpo). Irans Präsident Mohammed Chatami hat vor ienem dritten Weltkrieg gewarnt. Als möglichen Auslöser nannte er während eines Empfangs für ausländische Gesandte aus Anlass des 23. Jahrestages der islamischen Revolution die Politik der USA.

Die Welt in Freunde oder Feinde zu teilen, könnte zu einem Weltkrieg mit unvorhersehbaren Konsequenzen führen, meinte Chatami. Er bezog sich dabei auf die politische Maxime von US-Präsident George W. Bush, entweder auf der Seite der USA oder der der Terroristen zu stehen, was Iran mehrfach als "kriegshetzerisch und undemokratisch" zurückgewiesen hatte.

Chatami sagte, er habe große Achtung vor der amerikanischen Nation. Doch die gegenwärtige US-Politik scheine im Gegensatz zu den humanitären Idealen des Landes zu stehen und würde die USA darüber hinaus verwundbar machen. Der Präsident wiederholte, dass Iran die Palästinenser unterstütze und verurteilte zugleich die amerikanische Unterstützung Israels. Er rief Washington dazu auf, nicht seine nationalen Interessen um der terroristischen Aggressoren willen zu opfern. "Lassen Sie uns an einer Allianz für den Frieden arbeiten...", sagte Chatami. Für dieses Ziel kämpfe Iran seit 1997 mittels einer Entspannungspolitik und einem vertrauensbildenden Dialog unter den Kulturen.

Zuvor hatte die iranische Führung die Bevölkerung zu einer Massendemonstration gegen die USA an diesem Montag aufgerufen. Die Feiern zum 23. Jahrestag der islamischen Revolution sollten zu einem Protest gegen die Politik Washingtons gegenüber Iran gemacht werden, forderten gemeinsam Staatspräsident Chatami und das geistige Oberhaupt des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, nach Meldungen des Nachrichtensenders Khabar vom Sonntag.

Anlass für ihren Aufruf, dem sich weitere hochrangige Würdenträger anschlossen haben, sind Äußerungen von US-Präsident Bush, wonach Iran Mitgliedern des Terrornetzwerks El Kaida Unterschlupf gewähren und Massenvernichtungswaffen herstellen soll. In Iran haben diese Anschuldigungen zu einem Wiederaufleben anti-amerikanischer Propaganda geführt. So rief der frühere Staatspräsident Ali Akbar Haschemi Rafsandschani seine Landsleute auf, interne Meinungsverschiedenheiten zu beenden und sich auf den Hauptfeind USA zu konzentrieren.

Die reformorientierte Regierung unter Präsident Chatami hat unterdessen Schritte unternommen, die amerikanischen Behauptungen zu widerlegen. So sollen die Büros des früheren afghanischen Regierungschefs Gulbuddin Hekmatjar, eines Gegners der derzeitigen afghanischen Übergangsregierung, geschlossen worden sein.

Iran feiert an diesem Montag den 23. Jahrestag der Revolution von 1979, durch die das Land zu einem islamischen Gottesstaat umgestaltet wurde. Zwei Jahrzehnte lang war das Verhältnis zu den USA äußerst schlecht. In der jüngsten Vergangenheit hatten Reformkräfte innerhalb der iranischen Regierung jedoch versucht, das Verhältnis zwischen den beiden Staaten zu verbessern.

Quelle: RPO Archiv

 
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