Kosovo:: China fordert Abzug der KFOR-Soldaten
zuletzt aktualisiert: 13.06.2000 - 07:26Belgrad (AP). Bei einem Besuch des chinesischen Parlamentspräsidenten Li Peng in Belgrad hat sich China der Forderung Jugoslawiens nach einem Abzug der internationalen Friedenstruppe für das Kosovo (KFOR) angeschlossen.
In einer gemeinsamen Erklärung, die am Montagabend nach einer Unterredung Lis mit dem jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic veröffentlicht wurde, wird darüber hinaus der UN-Mission im Kosovo vorgeworfen, Völkermord gegen die nichtalbanische Bevölkerung in der südserbischen Provinz zu tolerieren.
Die Kritik bezieht sich vor allem auf Mordanschläge und andere Übergriffe gegen die serbische Minderheit im Kosovo seit der Stationierung der KFOR-Soldaten und der Übernahme der Verwaltung der Provinz durch die Vereinten Nationen vor einem Jahr. Die internationale Präsenz im Kosovo werde für die Interessen der albanischen Terroristen und ihrer Verbündeten in der NATO missbraucht, heißt es in der Erklärung weiter. Insbesondere den USA wird vorgeworfen, "die albanischen Terroristen zu unterstützen". Bezüglich der KFOR heißt es in der Erklärung, die Truppen, die unter einem UN-Mandat arbeiteten, hätten ihre Aufgaben nicht erfüllt und müssten deshalb abgezogen werden.
Zuvor hatte Li die NATO-Luftangriffe gegen Jugoslawien im vergangenen Jahr noch einmal verurteilt. Der ehemalige Ministerpräsident und heute zweitmächtigste Mann in der Kommunistischen Partei Chinas erklärte, die NATO und die Vereinigten Staaten hätten sich in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Staates eingemischt. Jugoslawien habe sich heroisch verteidigt und sich dem Druck mächtiger Staaten widersetzt, sagte Li. Während des NATO-Luftkrieges wurde im Mai vorigen Jahres die chinesische Botschaft in Belgrad irrtümlich von US-Flugzeugen beschossen und zerstört. Drei Chinesen wurden getötet.
Li will während seiner Europareise auch Slowenien, die Slowakei, Kroatien, Aserbaidschan und die Ukraine besuchen.
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