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Größter Korruptionsskandal in der Volksrepublik: China: Sieben Todesurteile vollstreckt

zuletzt aktualisiert: 23.02.2001 - 14:39

Peking (dpa). Im größten Korruptionsskandal in der Geschichte der Volksrepublik China sind am Freitag die ersten sieben Verurteilten hingerichtet worden. Ihre Berufungsanträge waren zuvor abgelehnt worden, berichtete das Staatsfernsehen. Die Todesurteile wurden in den südchinesischen Städten Xiamen, Fuzhou und Quanzhou vollstreckt.

In der ersten Prozesswelle waren im November 14 Angeklagte zum Tode verurteilt worden. Sie zählten zu den Hauptverdächtigen in dem Skandal um den jahrelangen Schmuggel von Autos, Computern, Öl, Zigaretten und andere Waren im Wert von 53 Milliarden Yuan (heute 15 Milliarden Mark) über die südchinesische Hafenstadt Xiamen.

Unter den Hingerichteten war der Chef der Industrie- und Handelsbank von Xiamen, Ye Jichen, der Direktor für die Schiffsverwaltung beim Zoll, Wu Yubo. Vier andere hatten ebenfalls eng mit der Unternehmensgruppe Yuanhua, die im Mittelpunkt des Skandals steht, zusammengearbeitet, um Importe falsch zu deklarieren oder direkt ins Land zu schmuggeln. Einer hatte auch die Fälschung von Mehrwertsteuerquittungen organisiert.

Etwa 200 Spitzenfunktionäre und führende Angehörigen von Stadtregierung, Behörden, Zoll, Polizei, Militär, Banken und Außenhandelsunternehmen der Provinz Fujian sollen in den Skandal verwickelt gewesen sein. Unter den zum Tode Verurteilten sind auch Xiamens ehemaliger Vizebürgermeister Lan Pu, Zollchef Yang Qianxian und Vizepolizeichef Zhuang Rushun, die bei den Ermittlungen geholfen hatten und über deren Berufungsanträge noch entschieden werden muss.

Drei weitere zum Tode Verurteilte erhielten ihre Strafe mit zwei Jahren Aufschub, was dann meist in lebenslange Haft umgewandelt wird. Die Schlüsselfigur des Skandals, Yuanhua-Chef Lai Changxing, wurde mit seiner Frau in Kanada gefasst. China hat die Auslieferung beantragt. Allerdings gibt es kein Abkommen zwischen beiden Ländern darüber. Lai Changxing kämpft gerichtlich gegen eine mögliche Abschiebung.

Quelle: RPO Archiv

 
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