Ärger über "Unterstützung" von Taiwan und Tibet: China sieht Beziehungen zu USA "geschädigt"
zuletzt aktualisiert: 22.05.2001 - 13:56Peking (rpo). Die ohnehin gespannten Beziehungen zwischen China und den USA drohen sich weiter zu verschlechtern. Die chinesische Regierung wirft den USA vor, sich mit der Erteilung eines Transit-Visums für den taiwanesischen Präsidenten in innere Angelegenheiten Chinas eingemischt zu haben. Auch der geplante Empfang des tibetischen Führers Dalai Lama bei US-Präsident Bush verärgert die Chinesen.
Das werde die chinesisch-amerikanischen Beziehungen "unausweichlich schädigen", beklagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Zhu Bangzao, am Dienstag.
Insgesamt nehme China eine «härtere Gangart» der neuen amerikanischen Regierung wahr. Mit der Erlaubnis an Taiwans Präsidenten, auf dem Weg zu einem Staatsbesuch in Lateinamerika einen Zwischenstopp in New York und Houston einzulegen, fachten die USA «die Arroganz der Unabhängigkeitskräfte in Taiwan an», sagte der Sprecher. «Dieser Akt wird unausweichlich die chinesisch- amerikanischen Beziehungen schädigen.» Chen Shui-bian war am Montag zu einem privat deklarierten Besuch in New York zwischengelandet.
Zuletzt hatte 1995 ein privater Besuch des damaligen taiwanesischen Präsidenten Lee Teng-Hui an seiner alten Studienstätte an der Cornell Universität zu einer schweren Belastung der Beziehungen zwischen China und den USA geführt. Peking betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz und lehnt Kontakte anderer Länder zu der demokratisch gewählten Regierung in Taipeh ab.
Vor dem Treffen von Bush mit dem geistlichen und weltlichen Oberhaupt der Tibeter sagte der Sprecher, der Dalai Lama sei «keineswegs eine rein religiöse Figur», sondern «lange in separatistische Aktivitäten verwickelt». Das Treffen am Mittwoch fällt auf den 50. Jahrestag des 1951 unter Druck unterzeichneten Abkommens, das in Folge der Invasion der Volksbefreiungsarmee der Unabhängigkeit Tibets formell ein Ende setzte.
Der Sprecher betonte, Tibet sei damals «friedlich befreit» und «nicht besetzt» worden. Nach US-Berichten ist am Dienstag bereits ein Treffen des Dalai Lamas mit Außenminister Colin Powell geplant. Die chinesische Regierung habe schon bei den USA protestiert, sagte Zhu Bangzao. China fordere die USA auf, solche Treffen zu unterlassen, Tibet als Teil Chinas anzuerkennen und sich nicht in Chinas innere Angelegenheiten einzumischen.
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