Außenministerium spielt Bedeutung herunter: China will Rückeroberung Taiwans proben
zuletzt aktualisiert: 05.06.2001 - 11:45Peking (rpo). China will im Juni die Rückeroberung Taiwans proben. Doch eine besondere Bedeutung will der Sprecher des Außenministeriums in Peking, Sun Yuxi, dem groß angelegte Militärmanöver nicht beimessen. Die Übungen, sagte er, seien "routinemäßige Militärmanöver" und hätten "nichts mit anderen Ländern zu tun".
Das Militärkommando in Guangzhou (Kanton) bestätigte am Dienstag die Übungen um die Insel Dongshan wenige Kilometer vor der südchinesischen Küste, ohne einen genauen Zeitrahmen zu nennen.
Nach chinesischen Presseberichten geht es bei den Übungen um eine Invasion und einen Angriff auf einen Flugzeugträger. Die "Befreiung Eins" genannte Übung sei eine der größten der Volksbefreiungsarmee, hatte die Zeitung "Beijing Chenbao" berichtet.
Die Truppen setzten Raketen, gepanzerte amphibische Fahrzeuge, Unterseeboote, Kriegsschiffe und Kampfflieger sowjetischen Typs ein. Es sind nach Angaben des Blattes die ersten großen Übungen seit der Amtsübernahme des neuen taiwanesischen Präsidenten Chen Shui-bian, den die kommunistische Führung in Peking wegen seiner Wurzeln in der Unabhängigkeitsbewegung mit Argwohn betrachtet.
Die Insel Dongshan war seit 1995 schon mehrfach Schauplatz ähnlicher Landemanöver. China betrachtet die demokratische Inselrepublik Taiwan nur als abtrünnige Provinz und droht für den Fall einer Unabhängigkeitserklärung mit einem Militäreinsatz.
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