10.000 Menschen demonstrierten gegen Gewalt: Clement fordert NPD-Verbot
zuletzt aktualisiert: 21.10.2000 - 19:16Dortmund (dpa). Über 10.000 Menschen haben am Samstag in Dortmund friedlich gegen rechte Gewalt und Fremdenfeindlichkeit demonstriert. Am Rande kam es jedoch zu vereinzelten Zwischenfällen. Mitglieder der linken Szene warfen Steine auf Polizisten. Drei Beamte wurden verletzt. Mehre Menschen wurden festgenommen.
Unter dem Motto "Fremde sind Freunde" hatte ein breites Bündnis verschiedener Organisationen zu der Großveranstaltung aufgerufen. Hintergrund war ein genehmigter Aufmarsch von rund 300 Rechtsradikalen.
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) befürwortete auf einer Kundgebung ein Verbot der NPD. Zu den Feinden der Gesellschaft zählten die Täter, die zur Gewaltanwendung gegen anders Denkende, gegen Minderheiten und Ausländer bereit seien. Zu den Anstiftern dieser Gewalt gehöre auch die NPD.
Der Hamburger Rechtsradikale Christian Worch hatte am späten Freitagabend nach langem juristischen Gerangel einen erlaubten Aufmarsch von rund 300 Rechtsradikalen erwirkt. Massive Polizeipräsenz in der gesamten Innenstadt sollte ein Zusammentreffen zwischen linken und rechten Gruppen verhindern.
Mehrfach versuchten linke Gruppierungen, die Polizeiabsperrungen zu durchbrechen. Rund 60 Mitglieder der autonomen Szene warfen Steine auf Beamte und verletzten mindestens drei von ihnen. Vier Demonstranten wurden festgenommen, zwei von ihnen gehörten zur linken und zwei zur rechten Szene. Mindestens zehn weitere Personen kamen vorübergehend in Gewahrsam.
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