Gescheiterte Verhandlungen von Camp David: Clinton sieht Kompromisse als Start weiterer Nahost-Gespräche
zuletzt aktualisiert: 27.07.2000 - 13:46Jerusalem/Washington (AP). Die beim gescheiterten Nahost-Gipfel von Camp David diskutierten Kompromisse bieten nach Ansicht von US-Präsident Bill Clinton eine Grundlage für die weiteren israelisch-palästinensischen Verhandlungen. Für einen Erfolg seien aber mehr Fantasie und Flexibilität auf beiden Seiten notwendig, erklärte Clinton am Mittwoch. Israelis und Palästinenser vereinbarten unterdessen, ihre Gespräche über ein Friedensabkommen am Sonntag auf der Ebene ihrer Chefunterhändler wieder aufzunehmen.
Zuversichtlich äußerte sich auch der stellvertretende israelische Verteidigungsminister Ephraim Sneh, der am Mittwochabend am Grenzübergang Eres mit Tajeb Abdel Rachim zusammentraf, dem Leiter des Büros des palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat. Das Scheitern von Camp David sei nur eine Pause zwischen der einen und der nächsten Verhandlungsrunde, sagte Sneh. Und auch der palästinensische Chefunterhändler Sajeb Erakat, der am Sonntag die Verhandlungen mit dem israelischen Verhandlungsleiter Oded Eran wieder aufnimmt, sagte, er rechne weiter mit einem Abkommen vor September. Dank Camp David sei 80 Prozent des Weges dahin vollbracht.
Hauptverhandlungspunkt dürfte weiter der Status von Jerusalem sein. Der israelische Ministerpräsident Ehud Barak war hier zwar offenbar zu Zugeständnissen bereit wie noch nie ein israelischer Regierungschef vor ihm. Für Arafat ging dies aber noch nicht weit genug. Clinton erklärte, ohne den starken Druck von außen hätten beide möglicherweise mehr erreicht. Der israelische Generalstaatsanwalt Eljakim Rubinstein machte die palästinensische Delegation für das Scheitern des Gipfels verantwortlich. Diese sei nicht zu schwierigen Entscheidungen bereit gewesen, sagte Rubinstein in Washington. "Eine Gelegenheit wurde verpasst", sagte Rubinstein. "Wir hätten alle von einer Einigung profitieren können."
Hillary Clinton forderte nach dem Scheitern, die US-Hilfen an die Palästinenser zu beenden, falls Arafat wie angekündigt nach dem 13. September einen eigenen Staat ausrufen sollte. Bei einer Pressekonferenz in New York sagte die demokratische Kandidatin für ein Senatorenamt, Barak habe bei den Verhandlungen riesigen Mut und außergewöhnlichen Einsatz gezeigt.
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