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Nach 17 Jahren Bürgerkrieg auf Sri Lanka: Colombo bietet Tamilen Verfassungsänderung an

zuletzt aktualisiert: 03.08.2000 - 11:39

Colombo (AP). Zur Beendigung des 17-jährigen Bürgerkriegs in Sri Lanka hat die Regierung eine Verfassungsänderung vorgestellt, die der tamilischen Minderheit Autonomie einräumt. Präsidentin Chandrika Kumaratunga stellte die tamilischen Rebellen am Donnerstag in Colombo vor die Wahl, entweder die Vorschläge anzunehmen oder den Krieg fortzusetzen. Die Verfassungsänderung räumt den 3,2 Millionen Tamilen mehr Rechte ein und sieht die Schaffung eines Interimsrates im Norden und Osten der Insel vor, wo die meisten Tamilen leben.

Es ist das erste Mal seit Beginn des Bürgerkriegs, dass die Regierung den Rebellen mit einer Verfassungsänderung Entgegenkommen signalisiert. Die Änderung muss jedoch von einer Zweidrittelmehrheit im Parlament angenommen werden. Dafür benötigt Kumaratungas Volksallianz die Unterstützung der größten Oppositionspartei sowie tamilischer Parteien. Falls das Parlament zustimmt, muss die Änderung laut einer Entscheidung des Obersten Gerichts zudem in einem Referendum von der Bevölkerung bestätigt werden. Die Rebellenorganisation Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) lehnt den Vorschlag ab und fordert einen eigenen unabhängigen Staat im Norden und Osten der Insel.

Auch die wichtigste Oppositionspartei UNP will die Verfassungsänderung, für die eine Zweidrittelmehrheit notwendig ist, nicht unterstützen. Kumaratungas Volksallianz verfügt nur über 113 der 225 Parlamentssitze.

Der ungewöhnliche Auftritt von Kumaratunga in einer Sondersitzung des Parlaments wurde von Demonstrationen in Colombo begleitet. Mehr als hundert buddhistische Mönche veranstalteten einen Sitzstreik, Anhänger einer marxistischen Oppositionspartei zogen in einem Protestmarsch durch die Hauptstadt. Der Bürgerkrieg in Sri Lanka hat in den vergangenen 17 Jahren mehr als 60 000 Menschenleben gefordert.

Quelle: RPO Archiv

 
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