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Land strebt nach Unabhängigkeit: Cook warnt Montenegro vor übereilten Schritten

zuletzt aktualisiert: 25.04.2001 - 16:20

Podgorica (rpo). Der britische Außenminister Robin Cook hat Montenegro vor übereilten Schritten zur Abspaltung von Jugoslawien gewarnt. das hatte zuvor auch die Europäischen Union bekräftigt.

Nach dem überraschend knappen Ausgang der Parlamentswahl in Montenegro will die Europäische Union die Separatisten in der kleinen jugoslawischen Republik von ihrem Konzept "Integration statt Spaltung" überzeugen. Der montenegrinische Präsident Milo Djukanovic gab sich gesprächsbereit, will aber offenbar an einem Referendum über die Unabhängigkeit festhalten.

Er wolle sicherstellen, dass jede Veränderung auf demokratischem Wege zustande komme, sagte Cook nach einem Treffen mit Djukanovic. Der Westen werde seinen Gesprächspartnern aber keine vorgefertigte Lösung aufzwingen, sagte Cook. Djukanovic räumte auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Cook ein, das die politischen Differenzen in Montenegro tief reichten. Dies müsse jede verantwortungsbewusste Führung in Rechnung stellen. Deshalb werde es in den kommenden Wochen eine Reihe von Initiativen in Montenegro sowie Gespräche mit der anderen jugoslawischen Republik Serbien und Vertretern der internationalen Gemeinschaft geben. "Es ist von strategischer Bedeutung, dass wir eine gemeinsame Basis mit Serbien finden", sagte der Präsident.

Djukanovic deutete jedoch an, dass er an seinem Streben nach Unabhängigkeit Montenegros festhalten wolle. Es sei wichtig, dass der Wille der Mehrheit in Montenegro respektiert werde, sagte er. Berater Djukanovics hatten am Dienstag erneut die Pläne des Präsidenten bekräftigt, die Bevölkerung in einem Referendum über die Abspaltung von Jugoslawien entscheiden zu lassen.

Die Gruppierung "Der Sieg gehört Montenegro" von Djukanovic hatte bei der Parlamentswahl am Sonntag nur eine hauchdünne Mehrheit vor dem Bündnis der Unabhängigkeitsgegner errungen und will nun eine Koalition mit den radikalen Separatisten vom Liberalen Bund eingehen. Die EU hat sich aus Sorge vor gewaltsamen Auseinandersetzungen gegen eine Volksabstimmung ausgesprochen. Die EU befürchtet auch, dass eine Abspaltung Montenegros die albanischen Separatisten im Kosovo und in Mazedonien in ihren Unabhängigkeitsbestrebungen ermutigen könnte.

Quelle: RPO Archiv

 
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