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Recherchen zu Absturz von MH17
Journalisten verklagen Außenministerium

Correctiv: Journalisten verklagen Außenministerium wegen MH17-Absturz
FOTO: CORRECT!V/Thomas Schermer
Düsseldorf. Seit dem Abschuss des Malaysia-Airline-Flugs MH17 im ukrainischen Luftraum stellen sich zwei Reporter des Recherchebüros Correctiv die Frage, warum es keine Warnung gegeben hatte - sie vermuten, dass das Außenministerium von der militärischen Gefahr gewusst hatte. Weil Antworten ausblieben, versuchen sie es nun auf juristischem Wege.

Die Journalisten Marcus Bensmann und David Crawford versuchen seit dem tragischen Unglück, bei dem 298 Menschen ums Leben gekommen waren, mehr über dessen Hintergründe zu erfahren. Die große Frage, die im Raum steht: Wusste das Außenministerium von der Gefahr und versäumte es, die Fluggesellschaften darüber zu informieren? Bereits Anfang des Jahres hatten die beiden zu ihren Recherchen eine Multimedia-Reportage veröffentlicht.

Nachdem auf ihre Anfrage bisher noch immer keine Antwort seitens des Außenministeriums kam, will Correctiv die Politiker nun auf gerichtlichem Wege dazu zwingen, die Wahrheit zu sagen. Die Journalisten berufen sich unter anderem auch auf das Informationsfreiheitsgesetz. Dieses gewährt jedem Bürger Einblick in öffentliche Dokumente. Ausnahmen von diesem Recht muss die Behörde, die diese Dokumente besitzt, ausführlich begründen.

Ihre Forderung vermittelten sie auf eine Weise, die auch für die Öffentlichkeit nicht zu übersehen war: Sie projizierten ihren Vorwurf am Montagabend an die Fassade des Auswärtigen Amtes in Berlin:

"298 Menschen starben beim Abschuss von Flug #MH17 über der Ostukraine. Das Auswärtige Amt kannte Tage vorher die Gefahren für Passagierflugzeuge. Warum haben Sie uns nicht gewarnt, Herr Steinmeier? Sie antworten nicht. Wir klagen auf Auskunft."

Am 17. Juli 2014 wurde Flug MH17 der Malaysia Airlines über der umkämpften Ost-Ukraine abgeschossen. Dabei starben alle 298 Passagiere. Bis heute ist unklar, wer die Maschine abgeschossen hat.

 
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