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ETA macht Drohungen wahr: Costa Blanca: Zwei Bomben in Hotels explodiert - Deutscher verletzt

zuletzt aktualisiert: 22.07.2003 - 17:17

Alicante (rpo). Bombenattentate an der spanischen Costa Blanca: In Hotels in Alicante und Benidorm sind am Dienstag mindestens zwölf Menschen - darunter auch ein deutscher Tourist - verletzt worden, als nacheinander zwei Sprengsätze detonierten.

Unter den Verletzten ist auch ein 24-jähriger Hamburger Sprachschüler, wie die Behörden mitteilten. Er sei in Alicante von Glassplittern getroffen worden. Sein Zustand sei aber nicht ernst. Mindestens vier weitere Ausländer wurden ebenfalls verletzt. Das Auswärtige Amt (AA) in Berlin bestätigte, dass ein 24-jähriger Deutscher unter den Verletzten sei.

Es waren Szenen, wie man sie sonst nur aus Krisengebieten kennt. Ein blutüberströmter Tourist rennt zu einem Krankenwagen, wo er von Sanitätern versorgt wird, eine alte Frau läuft klagend durch die Straßen. "Malditos hijos de puta!" (Ihr verdammten Hurensöhne) schreit ein Mann mit geballten Fäusten, während Polizisten versuchen, Neugierige auf Distanz zu halten. Ohnmächtige Wut empfanden viele Menschen am Dienstag in Alicante und Benidorm, als die Bomben der ETA hochgingen.

Es war gegen Mittag, als Polizisten und Angestellte in den Hotels "Bahía" und "Nadal" an die Zimmertüren hämmerten. "Alle raus, alle raus!", schrien sie. Kurz nachdem die verschreckten Gäste auf der Straße waren, gingen die Sprengsätze auch schon hoch. "Die Menschen rannten wild durch die Gegend, wir konnten eine große Rauchsäule sehen", sagte eine 26-jährige Berlinerin.

Für die Sicherheitskräfte war zu diesem Zeitpunkt längst klar: Die baskische Untergrundorganisation ETA hatte ihre Drohung wahr gemacht. Im Januar hatten die Terroristen die Feriengebiete zum "Kriegsgebiet" erklärt und vor Reisen nach Spanien gewarnt. Vor zwei Wochen bekräftigten sie ihre Drohung nochmals und ließen einen Anschlag auf ein Hotel in Pamplona folgen - mitten während der Stiertreiben, die Hunderttausende Menschen in die nordspanische Stadt locken.

"Operazia Udara" (Operation Sommer) nennt die ETA ihre Strategie, schon fast regelmäßig jedes Jahr zur Feriensaison zu bomben. Das Ziel: Den Tourismus als wichtigsten Wirtschaftszweig des Landes in die Knie zu zwingen. Doch dieses Kalkül ist bislang nie aufgegangen - im Gegenteil. Die sonnenhungrigen Urlauber lassen sich nicht abschrecken. Ihre Zahl ist stetig gestiegen und übertraf im vergangenen Jahr sogar die magische Marke der 50 Millionen. Seit 1979 haben die Terroristen mehr als 100 Bomben in Ferienorten hochgehen lassen. Zwar wurden dabei wie am Dienstag auch ausländische Touristen verletzt, noch nie aber getötet.

Für die Sicherheitskräfte sind die Attentate sodann auch eher ein Zeichen der Schwäche denn der Stärke, vor allem nach den Polizeierfolgen der vergangenen Monate im Kampf gegen die ETA. Die Organisation sei so schwach, wie lange nicht mehr, heißt es stets. Sie wolle lediglich mit Propaganda und Imponiergehabe Panik verbreiten - wohlwissend, dass die Verbindung Spanien/Urlaub/Bomben international Aufmerksamkeit erregen wird.

"Es ist die jährliche Quote Angst, mit der die ETA den Menschen den Sommerurlaub verderben will", versuchte Ministerpräsident José María Aznar am Dienstag die Gemüter zu beruhigen. "Sie wird es aber nicht schaffen", fügte er selbstbewusst hinzu.werden".


 
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