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Mindestens sechs Tote bei Lawinenabgängen in den Alpen: Darunter auch drei deutsche Urlauber

zuletzt aktualisiert: 21.02.2000 - 21:26

Bozen/Davos/Wien (dpa). Mindest sechs Menschen, darunter drei Deutsche, sind am Montag bei Lawinenabgängen in der Schweiz und in Italien ums Leben gekommen. In Südtirol starben zwei deutsche Skiwanderinnen im Alter von 37 und 41 Jahren sowie eine Italienerin aus Brixen unter den Schneemassen, in Davos ein Deutscher und zwei Schweizer. Zwei weitere Skiwanderer, darunter der Sohn des tödlich verunglückten Deutschen und ein Schweizer, konnten lebend gerettet werden.

An der Südtiroler Portless-Spitze am Reschenpass wurden nach dem Lawinenunglück ein weiterer Deutscher sowie ein österreichischer Skifahrer verletzt geborgen. Der 62 Jahre alte Deutsche musste mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus von Trient gebracht werden. Eine der beiden getöteten deutschen Skitouristinnen stammt nach Aussage des Auswärtigen Amtes in Berlin aus Hessen, die andere aus Baden-Württemberg. Zur Herkunft des deutschen Touristen, der beim Lawinenabgang im schweizerischen Davos ums Leben kam, konnten noch keine Angaben gemacht werden.

Die Lawine in Südtirol erfasste die Skifahrer am frühen Nachmittag, als sie in zwei Gruppen an der Portless-Spitze am Reschenpass in fast 3 000 Meter Höhe auf einer Tour unterwegs waren. Sie war auf einer Front von rund 150 Meter bis 200 Meter ins Matschertal niedergegangen. Zwei Bergführer konnten sich retten. Eigenen Worten zufolge hatten sich die beiden kurz von den Gruppen getrennt, um den weiteren Verlauf der Tour ausfindig zu machen. "Wir haben unsere Mögliches zur Sicherheit unternommen", sagte einer der Bergführer im italienischen Fernsehen. "Es ist der schlimmste Tag in unserem Leben."

Die Bergführer hatten die Rettungsmannschaften mit dem Handy alarmiert. Danach gingen sie ihren Berichten zufolge daran, mit bloßen Händen in den Schneemassen nach Überlebenden zu graben. Wegen Neuschnees und steigender Temperaturen herrschte bereits seit Tagen Lawinengefahr in der Region. Am Wochenende war ein Österreicher in Südtirol von einer Lawine getötet worden, der ebenfalls außerhalb der Pisten unterwegs war.

Im Schweizer Wintersportort Davos wurde das Lawinenunglück nach Ansicht der Polizei durch einen deutschen Skifahrer und dessen Sohn ausgelöst, die trotz einer Lawinenwarnung am Mittag bei einer Bergstation die gesicherte Piste verlassen hatten. Bei der Suche nach einem im Tiefschnee verlorenen Ski wurden die beiden von einer Lawine erfasst. Der Sohn konnte sich befreien. Der Vater wurde unter einer 1,50 Meter tiefen Schneedecke etwa eine Stunde später nur noch tot geborgen. Verschüttet wurden auch zwei Skifahrer aus Genf, die zunächst noch lebten, später jedoch im Krankenhaus an Unterkühlung starben.

Auch im Berner Oberland ging am Montag eine Lawine direkt neben einem Kinder-Skilift nieder. Drei Kinder und ein Erwachsener wurden verschüttet. Mit Ausnahme eines sechjährigen Mädchens hätten sich alle selbst befreien können, hieß es. Auch die Sechsjährige sei unverletzt geborgen worden.

Quelle: RPO Archiv

 
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