Die politischen Positionen in Deutschland sind klar: Die CDU hält am Modell einer "privilegierten Partnerschaft" fest, die Regierung dagegen plädiert für Verhandlungen, die auf einen Beitritt abzielen. In der Bevölkerung sind nach einer Umfrage der Zeitung "Le Figaro" und des Meinungsforschungsinstituts Ifop 55 Prozent gegen den Beitritt.
In Frankreich ist die Ablehnung der Umfrage zufolge sogar noch größer: 67 Prozent der Bevölkerung sprechen sich gegen einen EU-Beitritt der Türkei aus, nur 32 Prozent sind dafür. Häufigstes Argument der Gegner: Die zweifelhafte Lage in Sachen Menschenrechte.
In Italien ist das Interesse an der Beitrittsfrage deutlich geringer als anderswo: Der Umfrage zufolge liegt der Anteil der Gegner bei nur 24 Prozent und damit unterhalb der 27 Prozent, die sich nicht zu dem Thema äußern wollten.
In Spanien leben überwiegend Beitrittsbefürworter: 65 Prozent würden die Türkei in der Europäischen Union willkommen heißen, nur 18 Prozent sind strikt dagegen. Wichtigstes Argument für den Beitritt: Die Türkei gehöre geografisch nun einmal zu Europa.
In Großbritannien sprechen sich 41 Prozent der Menschen für einen Beitritt der Türkei aus, 30 Prozent sind dagegen. Am meisten sorgen sich die Gegner über kulturelle und religiöse Differenzen.
In den Niederlanden stellten zuletzt die Kirchen Bedingungen für einen möglichen Beitritt: Zunächst müsse die Türkei die religiösen Minderheiten im eigenen Lande anerkennen.
Die offizielle Linie Griechenlands ist Unterstützung für einen türkischen Beitrag, unter der Bevölkerung dagegen bekommt man durchaus auch zu hören, die Türkei gehöre nicht zu Europa.
Am kompliziertesten ist das Verhältnis zwischen der Türkei und Zypern. Nach einem Referendum trat nur der griechische Teil der Insel der EU bei. Der Türkei stehen viele griechische Zyprioten reserviert gegenüber; seine Position zu einem möglichen Beitritt will das Land erst in letzter Minute bekannt geben.