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Washington
Das internationale Netzwerk der investigativen Journalisten

Washington. Das "Panama Papers"-Projekt der "Süddeutschen Zeitung" gilt als bisher größte grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Enthüllungsjournalisten. Dem Münchner Blatt waren die 11,5 Millionen Dokumente über Briefkastenfirmen in dem mittelamerikanischen Staat zuerst angeboten worden. Helfer bei der Aufarbeitung des gigantischen Datenmaterials waren - neben NDR und WDR - international mehr als 100 Medienhäuser in rund 80 Ländern. Die "Süddeutsche" kooperierte mit dem "International Consortium of Investigative Journalists" (ICIJ), das seinen Sitz in Washington hat.

Das ICIJ gilt als führende Adresse für investigativen Journalismus. Das Büro wurde bekannt durch die "Luxemburg-Leaks" 2014 über geheime Steuerdeals von rund 350 Unternehmen. Auch bei Recherchen zu den "Swiss Leaks" 2015 war der Verband beteiligt. Damals ging es um Geheimkonten von Regierungsmitgliedern repressiver Staaten wie etwa Syrien in der Schweiz.

Das ICIJ wurde 1997 von dem US-amerikanischen Journalisten Chuck Lewis ins Leben gerufen. Journalisten müssten international als Teams zusammenarbeiten und vom Konkurrenzdenken Abstand nehmen, glaubt Lewis. Das Konsortium versteht sich als gemeinnützige Organisation. Es stellt seine Rechercheergebnisse und Datenbanken kostenlos zur Verfügung und finanziert sich durch Spenden. Unter den Geldgebern sind nach Angaben des Verbandes die US-amerikanische Ford Stiftung und die von Milliardär und Investor George Soros gegründete "Open Society Foundation".

(epd)
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