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Daten-Panne erschüttert die Rheinbahn

düsseldorf Große Teile der Belegschaft des Düsseldorfer Verkehrsunternehmens sind verunsichert. Zwei Tage lang waren in dieser Woche Daten auf ihren Rechnern ungesichert, darunter sensibler Schriftverkehr. Unbefugte konnten unter anderem Personaldaten von Kollegen einsehen: Beurteilungen, Zeugnisse und Abmahnungen. Sogar E-Mails waren ungeschützt, auch die des Vorstands. Von Jörn Tüffers

Erst nach mehreren Hinweisen aus der Belegschaft ist die IT-Abteilung der Rheinbahn auf die Panne aufmerksam geworden und hat die Suchfunktion im internen Firmennetz abgeschaltet. Das reicht möglicherweise nicht aus. Nach Angaben einer Sprecherin des Landesbeauftragten für Datenschutz muss das Unternehmen ihrer Behörde melden, wenn Dritte Zugriff auf Personal- oder Kontodaten gehabt haben. Die Grünen fordern vom Vorstand einen Bericht im Aufsichtsrat und die Prüfung des Vorgangs durch einen externen Gutachter.

Zu Wochenbeginn hatten die EDV-Experten eine neue Version des Programms zur internen Kommunikation aufgespielt. Es soll den 2700 Beschäftigten einen schnelleren Zugriff auf Informationen ermöglichen. Zahlreiche Rheinbahner stellten besorgt fest, dass die Suche eine Fülle von Dokumenten ergab – eben auch solche, die zuvor geschützt waren. Nach Angaben eines Unternehmenssprechers sieht die IT-Abteilung den Fehler nicht bei sich. Mitarbeiter hätten Daten falsch gespeichert.

Das bestreiten die Geschädigten nicht. Sie verweisen aber darauf, ihr Arbeitgeber habe die Überarbeitung des Intranets nicht angekündigt. Deshalb habe es keine Veranlassung gegeben, die Daten vor Dritten zu schützen. Erst das Aufspielen der neuen Software habe dazu geführt, dass die Dokumente von allen gelesen werden konnten. "Das darf IT-Fachleuten nicht passieren", sagt ein Mitglied des Betriebsrats. Sie hätten einen Testlauf vornehmen müssen.

Vor vier Jahren war die Rheinbahn schon einmal ins Visier des Landesdatenschutzes geraten. Der Verdacht: Die IT-Abteilung habe eine Software installiert, um Mitarbeiter beim privaten Surfen zu überwachen. Betriebsrat und Vorstand haben sich schließlich auf eine neue Betriebsvereinbarung zur Internet-Nutzung geeinigt.

Quelle: RP
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