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Peking
Deal!

Peking. Mit einem Volumen von 250 Milliarden Dollar - US-Präsident Donald Trump schließt Verträge mit China.

Der neue US-Botschafter in China, Terry Branstad, eilte als Erster noch vor seinem Präsidenten Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping in den Pressesaal der Großen Halle des Volkes. Er brachte den wartenden Journalisten vorab gute Nachrichten mit: Die Chemie zwischen den beiden Staatsoberhäuptern stimme. "Sie haben schon neunmal miteinander telefoniert." Branstad strahlte: "Wir konnten Verträge und Abkommen für mehr als 250 Milliarden Dollar unterzeichnen. Das gab es hier noch nie."

Nach Xi lobte auch Trump die Zahlen als "unglaublich" und dankte Peking dafür. Die "China-Börsenzeitung" veröffentlichte die Einkaufsliste. An oberster Stelle stehen Chinas Energieabkommen mit West Virginia. Pekings Bestellungen von 300 Boeing-Flugzeugen schlagen mit 37 Milliarden Dollar zu Buche. 43 Milliarden Dollar will ein Ölkonzern-Konsortium in die Erschließung von LNG-Erdgasfeldern in Alaska investieren. Fahrzeugbau und Informationstechnologie werden bedacht. Auch die Bauern in den USA profitieren. China ordert zwölf Millionen Tonnen Sojabohnen im Wert von fünf Milliarden Dollar.

Die 250-Milliarden-Dollar-Shoppingliste, umgerechnet 215 Milliarden Euro, hat auch eine symbolische Bedeutung. Genauso hoch beziffert Peking seine Handelsüberschüsse im Jahr 2016 mit den USA, die Trump so scharf attackiert hatte. Peking tut also konkret etwas gegen das Handelsdefizit der USA. Trump ließ sich davon einwickeln. Im Wahlkampf hatte er China beschuldigt, die USA wirtschaftlich zu vergewaltigen. In der Ansprache vor seiner Wirtschaftsdelegation schlug er neue Töne an: "Ich gebe China keine Schuld" an den unfairen Handelspraktiken und Handelsüberschüssen, die es mit den USA erzielt hat. Man könne Peking keine Vorwürfe machen, wenn es völlig legitim und zum Vorteil seiner Bürger die verfahrene Wirtschaftspolitik ausnutze, in die die USA durch die Politik von Trumps Vorgängern gebracht worden sein. Gemeinsam, aber nicht mehr gegen China, strebe er nun Verbesserungen für den Wirtschaftsaustausch an.

Obama ist wieder mal schuld. Frühere Drohungen des US-Präsidenten mit einem Handelskrieg gegen Peking sind damit vom Tisch. Xi hörte das sichtlich gern, zumal ihn Trump in der live übertragenen Pressekonferenz persönlich lobte: Er sei "ein besonderer Mann". Chinas Volk sei auf ihn, Xi, als Präsidenten stolz.

(erl)
 
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