Diakonisches Werk will Diskriminierung verhindern: Demonstration für Altersverwirrte
zuletzt aktualisiert: 04.05.2000 - 16:32Bochum (AP). Rund 16.000 Menschen haben am Donnerstag in Bochum an einer Demonstration gegen die Diskriminierung von Altersverwirrten teilgenommen.
Die vom Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche von Westfalen initiierte Aktion richtete sich zudem gegen "den Ausverkauf der Altenpflege". Die Gewerkschaft ÖTV und die Wohlfahrtsverbände unterstützten die Demonstration. In manchen Heimen liege die Zahl der an Altersdemenz leidenden Bewohner bereits bei über 50 Prozent, hieß es.
Der Pflegebegriff im Pflegeversicherungsgesetz berücksichtigt nach Angaben der Diakonie nicht die Gespräche, die Aufmerksamkeit und die Zuwendung, die gerade Altersverwirrte auch außerhalb der täglichen Verrichtungen benötigten. Damit werde dieser Personenkreis aus der Pflegeversicherung ausgegrenzt. "Auch in Zeiten knapper Mittel darf nicht auf Kosten der Menschlichkeit gespart werden", hieß es auf der Demonstration. Die Altenheime, in denen die notwendige Pflege für die betroffenen Personen erbracht wird, können dafür laut Diakonie keinen Personalbedarf geltend machen. Das bedeute für das Personal eine permanent steigende Arbeitsbelastung.
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