Steinwürfe und Barrikaden in Leipzig: Demonstrationen in Leipzig aufgelöst - Randale von Linken
zuletzt aktualisiert: 01.09.2001 - 17:10Leipzig/Greifswald (rpo). Der umstrittene Neonazi-Aufmarsch zum Leipziger Völkerschlachtdenkmal ist am Samstag von der Polizei gestoppt worden. Auch eine Gegendemonstration von Linksextremen wurde aufgelöst. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, hatten die Neonazis die Auflagen des Oberverwaltungsgerichtes in Bautzen nicht eingehalten. Linke Gegendemonstranten, die teilweise vermummt waren, versuchten mit Steinwürfen und Barrikaden, den Zug der Rechtsextremen zum Völkerschlachtdenkmal aufzuhalten.
In Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) demonstrierten am Samstag über 1000 Menschen friedlich gegen einen NPD-Aufmarsch. Mehrere Sitzblockaden wurden von der Polizei aufgelöst. Zu Ausschreitungen kam es nicht. Rund 100 NPD-Demonstranten waren erschienen. Die Polizei setzte etwa 700 Beamte ein.
Die rund 1200 Neonazis kamen auf ihrem Marsch in Leipzig nur etwa 500 Meter weit voran. Rechtsextreme hatten unter anderem "Sieg Heil" und "Ruhm und Ehre der Waffen-SS" skandiert. Als die Polizei sie zurück zum Hauptbahnhof eskortieren wollte, setzten sie sich mit einer Sitzblockade zur Wehr. Nach Polizeiangaben wurden 24 Menschen vorläufig festgenommen und zehn Strafverfahren eingeleitet.
Das Oberverwaltungsgericht hatte die Leipziger Neonazi- Demonstration unter Auflagen genehmigt. Unter anderem durfte der Aufmarsch keinen paramilitärischen Anschein haben. Das Gericht verbot auch das Mitführen von Reichkriegsflaggen und das Tragen von Uniformen. Untersagt wurden Marschformationen und das Singen rechtsextremistischer Lieder.
Zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kam es, als rund 170 linksautonome Gegendemonstranten die von den Neonazis angemeldete Strecke blockierten. Die Randalierer warfen Pflastersteine gegen Polizeiautos, Flaschen und Feuerwerkskörper flogen auf Polizisten. Die Polizei ging mit Wasserwerfern gegen Randalierer vor. Mindestens fünf Demonstranten erlitten Verletzungen. Mehrere tausend Polizisten und Beamte des Bundesgrenzschutzes aus dem gesamten Bundesgebiet waren im Einsatz. Gegen den Neonazi-Aufmarsch protestierten am Mittag nach Angaben der Stadtverwaltung rund 20 000 Menschen. Unter dem Motto "Leipzig - Gesicht zeigen" hatten die Stadt, Parteien und Vereine zu der Protestkundgebung aufgerufen. Eine Schweigeminute zum Gedenken an den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges vor 62 Jahren wurde durch linksgerichtete Demonstranten mit Trillerpfeifen gestört.
In Greifswald hatte die "Freitagsrunde" - ein Bündnis aus Politikern, Vereinen, Verbänden, der Kirche und des DGB - unter dem Motto "Greifswald stellt sich in den Weg" zu den Aktionen gegen den NPD-Aufmarsch aufgerufen. Das Oberverwaltungsgericht hatte die Demonstration genehmigt und damit ein Verbot des Greifswalds Bürgermeisters aufgehoben.
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