Von Pullach nach Berlin: Der Bundesnachrichtendienst zieht um
zuletzt aktualisiert: 11.04.2003 - 18:00Berlin (rpo). Der Bundesnachrichtendienst verlässt seine bisherige Heimstätte Pullach in der Nähe von München und zieht komplett nach Berlin.
Dies hat das Sicherheitskabinett in Berlin beschlossen. Grund für den Umzug ist nach Angaben von Vize-Regierungssprecher Thomas Steg die veränderte Sicherheitslage und die neue außenpolitische Rolle Deutschlands.
Die Verlagerung der Behörde, die mehr als 5000 Mitarbeiter zählt, soll Schritt für Schritt erfolgen. In Berlin soll die Behörde in der Clay-Kaserne in Zehlendorf untergebracht werden. In der Hauptstadt arbeitet jetzt schon die Auslandsabteilung des BND mit rund 1000 Mitarbeitern.
Der Bundesnachrichtendienst (BND) ist - neben dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und dem Militärischen Abschirmdienst (MAD) - einer der drei deutschen Geheimdienste. Seine Aufgabe ist die "Auslandsaufklärung", also die Spionage. Der BND sammelt für Bundesregierung und andere Bundesorgane politische, wirtschaftliche, militärische, technische und wissenschaftliche Erkenntnisse aus dem Ausland.
Seit dem Ende der Ost-West-Konfrontation kümmerte sich der Dienst zunehmend um die Bereiche Drogenhandel, Geldwäsche, illegaler Waffen- und Technologiehandel. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 rückte außerdem der internationale Terrorismus weiter in den Mittelpunkt.
Organisatorisch ist der bislang in Pullach bei München angesiedelte BND unmittelbar dem für die Geheimdienste zuständigen Koordinator im Kanzleramt unterstellt. Die Behörde wird von der Parlamentarischen Kontrollkommission des Bundestages (PKK) überwacht. Die mehr als 5000 Mitarbeiter des Geheimdienstes dürfen nicht im Inland tätig werden.
Vorläuferorganisation des seit 1956 bestehenden BND war die "Organisation Gehlen", die nach 1945 Auslandsaufklärung zunächst für amerikanische Dienststellen leistete. 1947 war die Organisation auf das bis heute durch den Bundesnachrichtendienst genutzte Gelände in Pullach gezogen.
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