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Der falsche Kandidat

Xavier Naidoo wird Deutschland beim Eurovision Song Contest vertreten - das Land, das für ihn immer noch "besetzt" ist und damit nicht souverän. Es hört sich an wie ein schlechter Witz. Von Martina Stöcker

Die Verantwortlichen beim NDR wollen wohl gerne leiden, anders ist diese Entscheidung nicht zu verstehen. Nach dem Debakel des Vorjahres (null Punkte, letzter Platz) war klar, dass sich etwas ändern muss. Einen arrivierten Künstler zum ESC zu entsenden, ist eigentlich die richtige Entscheidung, aber Naidoo ist der falsche Kandidat. Nicht, weil er künstlerisch umstritten ist, sondern politisch.

Der 44-Jährige kann jetzt noch so viel beteuern, wie tolerant er sei. Seine kruden Auftritte - zum Beispiel bei den rechtspopulistischen sogenannten Reichsbürgern - sind aber Fakt, ein Liedtext wurde als schwulenfeindlich kritisiert. Eine eindeutige Distanzierung gibt es nicht: Wäre Naidoo Politiker, er wäre längst untragbar. Und diese Geschichten werden beim ESC in Stockholm zur Sprache kommen. Dass ausgerechnet der öffentlich-rechtliche NDR solch ein Zeichen sendet, ist nicht zu verstehen.

Quelle: RP
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