IT-Branche dagegen: Deutsch-Indische Handelskammer begrüßt Greencard
zuletzt aktualisiert: 14.07.2000 - 15:28Neu Delhi (dpa). Die Greencard für ausländische IT-Spezialisten wird nach Ansicht der Deutsch-Indischen Handelskammer das Ansehen Deutschlands verbessern. "Wir sind froh, dass die Diskussion, ob in Deutschland ausländische Spitzenkräfte willkommen sind, beendet ist", sagte Handelskammerdirektor Günter Krüger am Freitag in Bombay. In der indischen Software-Industrie stößt die Greencard dagegen auf Skepsis. Viele Firmen würden lieber mit deutschen Unternehmen zusammenarbeiten, statt mit ihnen um Personal zu konkurrieren.
"Die angekündigte Greencard hat bisher in Indien wenig Zuspruch gefunden, und deutschen Unternehmen werden die indischen Fachleute zu teuer sein", sagte D. K. Bose vom Softwarehaus ADA in Kalkutta. Er setzt auf Joint Ventures indischer und deutscher Firmen. Deutsche Softwarehäuser würden die Aufträge entgegennehmen, Spezialisten für Informationstechnologie (IT) in Indien die Programme entwickeln und der Partner in Deutschland für die Installierung der Software sorgen.
Der indische Softwareverband NASSCOM hatte mehrfach gefordert, die IT-Spezialisten sollten bei indischen Firmen angestellt bleiben und von diesen nach Deutschland geschickt werden. In Indien arbeiten etwa 340.000 Informatiker. Zurzeit machen 130.000 im Jahr ihren Abschluss an einer der staatlichen oder privaten Ausbildungsinstitute.
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