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Rom
Deutsche Hilfsorganisation stoppt Einsatz im Mittelmeer

Rom. Die Hilfsorganisation Sea-Eye unterbricht ihre Rettungsfahrten für Flüchtlinge im Mittelmeer. Man habe beschlossen, die Rettungsmissionen sicherheitshalber auszusetzen, sagte Sea-Eye-Gründer Michael Buschheuer gestern. Grund sei eine veränderte Sicherheitslage. Die libysche Regierung habe angekündigt, ihre Hoheitsgewässer auf unbestimmte Entfernung auszuweiten. "Das macht es für uns unkalkulierbar", sagte Buschheuer. Libysche Sicherheitskräfte hätten auch schon auf Hilfsschiffe geschossen. Die Rettungsaktionen unter diesen Umständen fortzusetzen, "können wir auch gegenüber unseren Crews nicht mehr verantworten." Seine Organisation werde nun die Lage vor der libyschen Küste analysieren und das weitere Vorgehen beraten, sagte Buschheuer.

Zuletzt hatte auch die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" ihren vorläufigen Rückzug aus dem Gebiet vor der libyschen Küste bekanntgegeben. Die Grünen sprachen von einer beunruhigenden Entwicklung. Allein 2017 seien bereits 2000 Flüchtlinge ertrunken, erklärte die Spitzenkandidatin der Grünen, Katrin Göring-Eckardt. Die massive Einschränkung der Arbeit von Rettungsorganisationen lasse befürchten, dass noch mehr Menschen ihr Leben lassen werden.

(epd)
 
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