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Berlin
Deutsche Industrie warnt vor Kohle-Ausstieg 2050

Berlin. Nach der Einigung auf das Pariser Klimaabkommen hat die Industrie vor überzogenen Plänen zum Kohleausstieg bis Mitte des Jahrhunderts in Deutschland gewarnt. Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, hält den von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) angekündigten Klimaschutzplan 2050 für übertrieben. Auch in den nächsten Jahrzehnten würden Kohle und Gas wohl benötigt. "Wir müssen aufpassen, dass wir nicht vom Vorreiter zum Einsiedler werden", sagte Grillo der Deutschen Presse-Agentur. "Wir können aus Deutschland heraus nicht das Weltklima retten." Alle strebten einen Rückgang der Kohlendioxid-Emissionen an. Das schließe auch nach und nach einen Rückgang der fossilen Energieträger Kohle und Gas ein.

Nach den Worten des BDI-Chefs muss garantiert werden, dass die Stromversorgung langfristig sicher bleibt. "Keinem ist gedient, dem Industriestandort Deutschland den Stecker zu ziehen", sagte Grillo. "Selbst 2050 wird es nach allem, was wir heute wissen, mangels Speicherlösungen noch fossile Kraftwerke in unserem Land geben müssen."

Der Klimaschutzplan 2050 soll nach Angaben von Umweltministerin Hendricks im Sommer 2016 ins Bundeskabinett gehen. Im Kern geht es darum, bis Mitte des Jahrhunderts auf Kohle, Öl und Gas als Energieträger zu verzichtet.

(dpa)
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