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Berlin
Deutschland ist Magnet für Migranten aus EU-Staaten

Berlin. Die Bundesrepublik wird nach Einschätzung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in den kommenden Jahren das Hauptzielland für Einwanderer aus den EU-Staaten bleiben. "Deutschland ist und bleibt ein Magnet für EU-Ausländer, insbesondere aus Osteuropa", sagte IAB-Migrationsforscher Herbert Brücker unserer Redaktion. "Die Netto-Zuwanderung aus der EU ist seit 2010 kontinuierlich gestiegen. 2015 zogen über 340.000 EU-Bürger nach Deutschland."

In den nächsten Jahren sei insbesondere mit weiter steigenden Zahlen aus Rumänien und Bulgarien zu rechnen, sagte Brücker. Der Zuzug aus anderen europäischen Ländern wie Polen werde voraussichtlich auf dem aktuell hohen Niveau bleiben. "Der Brexit könnte einen weiteren Anstieg auslösen", sagte der Experte. Die Gründe der hohen Zuwanderung aus den 28 EU-Mitgliedstaaten liegen in der guten Arbeitsmarktsituation und dem im Vergleich zu Osteuropa höheren Lohnniveau. Aber auch die nicht überwundene Wirtschaftskrise in Spanien und Portugal, die schlechtere wirtschaftliche Verfassung in Frankreich und Italien sowie das britische Brexit-Votum machen andere EU-Länder unattraktiver.

Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, hatte 2015 bereits mehr als jeder Fünfte (21 Prozent) einen Migrationshintergrund. Die Zahl der Bürger mit ausländischen Wurzeln stieg auf 17,1 Millionen, 4,4 Prozent mehr als 2014. Rund 6,3 Millionen Menschen haben ihre Wurzeln in den ehemaligen Gastarbeiteranwerbestaaten Türkei, Italien und Griechenland. Die Menschen mit Migrationshintergrund sind im Schnitt deutlich jünger. Von den Minderjährigen gehört jeder Dritte dazu. Im Rentenalter ist es dagegen nicht einmal jeder Zehnte.

(mar/qua)
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