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Luxemburg/Brüssel
Deutschland soll pro Monat bis zu 200 Syrer aufnehmen

Luxemburg/Brüssel. In der EU gibt es erstmals konkrete Pläne für die geregelte Aufnahme von Syrien-Flüchtlingen aus der Türkei. Ein gestern bekannt gewordenes Papier sieht einen Verteilungsschlüssel für zunächst vier Monate vor. Deutschland würde demnach monatlich 100 Syrien-Flüchtlinge aufnehmen, die derzeit in der Türkei leben. Insgesamt könnten aus dem Land in den ersten Monaten jeweils rund 1100 Menschen nach Europa umgesiedelt werden.

Hintergrund für die Pläne ist der seit dem 20. März geltende Flüchtlingspakt mit der Türkei. Es sieht die Rückführung nahezu aller Migranten vor, die illegal aus der Türkei auf griechische Inseln übersetzen. Für jeden Syrer, der zurückgebracht wird, soll im Gegenzug ein Syrer legal in die EU umgesiedelt werden.

Es sei gut, dass die Zahlen nicht so hoch seien, kommentierte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bei einem Treffen mit Amtskollegen in Luxemburg. Nach den Vorschlägen würden die meisten Flüchtlinge pro Monat in Norwegen (218), Frankreich (148) und Italien (118) aufgenommen. Nach Informationen aus Regierungskreisen könnte Deutschland allerdings freiwillig auch rund 200 Syrer monatlich aufnehmen. Die Zusagen würden sicherlich übererfüllt, hieß es.

Noch offen ist, wie es nach den vier Monaten weitergehen könnte. Der EU-Türkei-Plan sieht vor, zunächst bis zu 72.000 Syrer umzusiedeln. In Berlin treffen sich heute die Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin zum Integrationsgipfel.

(dpa)
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