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Mecklenburg-Vorpommern
11 Gründe, warum das Wahlergebnis nicht der Weltuntergang ist

11 Gründe, warum die Wahlergebnisse in MV nicht der Weltuntergang sind
Udo Pastörs (NPD) ahnte vielleicht schon, dass er den Fotografen hier für ein hervorragendes Symbolbild zur Verfügung stand. FOTO: dpa
Meinung | Düsseldorf. Die AfD hat bei den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern die CDU überholt – na und? Es gibt trotzdem ein paar Gründe, den Kopf nicht in den Sand zu stecken. Von Sebastian Dalkowski

  1. Die NPD ist endlich in keinem Landtag mehr vertreten. 2006 hatten die Rechtsextremen in Mecklenburg-Vorpommern noch 7,3 Prozent geholt, 2011 sechs Prozent. Nun reichte es gerade noch für drei Prozent.
  2. Nur in drei Wahlkreisen holte die AfD ein Direktmandat. Die liegen allesamt in Vorpommern. Das heißt: Da wohnt fast niemand.
  3. Die AfD ist immerhin nicht stärkste Fraktion im neuen Landtag. Nach den Wahlprognosen hatte die Partei bereits damit geliebäugelt, nicht nur die CDU, sondern auch die SPD hinter sich zu lassen. Das gelang eindeutig nicht. Die SPD hat fast 50 Prozent mehr Stimmen als die AfD bekommen.
  4. Soooo viele Leute haben die AfD gar nicht gewählt. Gerade einmal 167.453 Menschen gaben der Partei ihre Zweitstimme, das sind gerade mal 13,2 Prozent der 1.333.298 Wahlberechtigten.
  5. Die Satire-Partei "Die Partei" hat doppelt so viele Stimmen geholt wie "Alfa", die Partei des früheren AfD-Vorsitzenden Bernd Lucke.
  6. Solange die AfD nicht im Bundestag sitzt, hat sie keinen Einfluss auf das Asylrecht. Die Landtage haben damit nichts zu tun.
  7. Es gibt ein Erfolgsrezept gegen Rechtspopulisten: Studenten- und Craft-Beer-Trinker. In keinem Wahlkreis schnitt die AfD so schlecht ab wie in Rostock III – gerade einmal 12,2 Prozent. Dort liegen die Szene- und Studentenviertel der Stadt.
  8. Was zählt schon meine Stimme? Im Wahlkreis "Vorpommern-Rügen I" ziemlich viel. Dort gewann Susanne Wippermann (SPD) ihr Direktmandat mit fünf Stimmen Vorsprung vor Christian Ehlers (CDU).
  9. AfD-Kandidat Jens Kühnel kommentierte via Facebook den Hammerangriff auf eine Sachbearbeiterin im Jobcenter so: "Das war kein Übergriff, sondern ein spontaner Einspruch gegen Soziale Ungerechtigkeit und Willkür." Kühnel wird nicht im neuen Landtag von Mecklenburg-Vorpommern vertreten sein.
  10. Schlimmer kann es eigentlich nicht werden. In diesem Jahr wird noch in einem Land gewählt, doch in Berlin liegt die AfD laut Umfragen nur bei zehn Prozent, danach im Saarland, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen, wo die Partei nicht mehr als zwölf Prozent erreicht. Die nächste Wahl in Ostdeutschland ist im Sommer 2019.
  11. Mecklenburg-Vorpommern hat noch immer sehr schöne Strände.

Den Wahlabend haben wir in unserem Liveblog dokumentiert.

Eine Analyse zum Abschneiden der AfD lesen Sie hier.

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