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Bundestagspräsident kandidiert nicht mehr
11 herausragende Zitate aus der Amtszeit von Norbert Lammert

11 herausragende Sätze aus der Amtszeit von Norbert Lammert
Seit elf Jahren Bundestagspräsident: Norbert Lammert. FOTO: dpa, mkx kde vfd nic
Berlin. Norbert Lammert will nicht mehr in den Bundestag. Seinen Humor und seine klaren Worte im Parlament werden viele vermissen. Ein Rückblick in Zitaten. Von Dana Schülbe

Elf Jahre lang hat Norbert Lammert (CDU) als Bundestagspräsident die Debatten im Parlament geleitet, auch manche Rüge erteilt, wenn etwa die Redezeit überschritten oder zu viel gequatscht wurde – und damit immer wieder für Lacher in den Reihen der Abgeordneten gesorgt.

Aber auch ernste Worte waren ihm nicht fremd. Aus diesem Grund wird sein Name immer wieder im Zusammenhang mit der Bundespräsidentenwahl genannt. Wir haben elf Beispiele aus seiner Amtszeit zusammengetragen.

  1. "Sobald Sie für den Deutschen Bundestag kandidieren und gewählt werden, dürfen Sie hier auch reden. Heute sind Sie zum Singen eingeladen." (Ermahnung für Liedermacher Wolf Biermann bei der Gedenksitzung des Bundestags zum 25. Mauerfall-Jahrestag, November 2014) 
  2. "Besonders bedanken muss und möchte ich mich bei meiner Fraktion, die mich erneut für dieses Amt vorgeschlagen hat, obwohl sie weiß und damit rechnen muss, dass mein Verständnis der damit verbundenen Aufgaben in den eigenen Reihen nicht immer stürmische Begeisterung erzeugt." (konstituierende Bundestagssitzung im Oktober 2013)
  3. "..., dass leider auch für prophetische Reden die profanen Regeln unserer Geschäftsordnung gelten." (im Dezember 2012 in Richtung Gregor Gysi, der seine Redezeit überschritten hatte)
  4.  "Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich folge auch meinem Herzen und nenne diese Programmentscheidung ganz vorsichtig, in wörtlichem Sinne bemerkenswert. Mir fehlt jedes Verständnis, dass ein gebührenpflichtiges Fernsehen, das dieses üppig dotierte Privileg allein seinem besonderen Informationsauftrag verdankt, auch an einem Tag wie heute mit einer souveränen Sturheit der Unterhaltung Vorrang vor der Information gibt." (im Oktober 2009, als die öffentlich-rechtlichen Sender während der konstituierenden Sitzung des Bundestages lieber Serien wie "Alisa – Folge deinem Herzen" ausstrahlten)
  5.  "Ich wiederhole meine frühere Empfehlung: Schwimmen Sie nicht so weit raus. Es wäre auch zu überlegen, Kurzurlaube in Berlin in fußläufiger Entfernung zum Reichstagsgebäude einzuplanen." (in der letzten Sitzung vor der Sommerpause im Juli 2015 in Richtung Abgeordnete in der Annahme, dass das Parlament schon vor der nächsten regulären Sitzung wegen aktueller Dinge wieder zusammentreten muss)
  6.  "Das Paradies auf Erden ist hier nicht. Aber viele Menschen, die es verzweifelt suchen, vermuten es nirgendwo häufiger als in Deutschland." (zum Tag der Deutschen Einheit 2016)
  7.  "Frau Bundeskanzlerin und Herr Kollege Kauder: Das muss so jetzt nicht sein. Und wenn, dann muss es jedenfalls nicht vorne sein." (im September 2015 in Richtung Merkel und Kauder, als die beiden zu laut im Parlament redeten – nicht zum ersten Mal, dass er die Kanzlerin deshalb rügte)
  8.  "Die Kultur einer parlamentarischen Demokratie kommt weniger darin zum Ausdruck, dass am Ende Mehrheiten entstehen, sondern dass Minderheiten eigene Rechtsansprüche haben, die weder der Billigung noch der Genehmigung durch die jeweilige Mehrheit unterliegen." (in der konstituierenden Sitzung des Bundestages im Oktober 2013)
  9.  "Ich freue mich über die erkennbar gute Laune und bin gespannt, wie lange sie anhält". (im Juni 2013 mit Blick auf die schon wahlkampfähnliche Stimmung im Bundestag)
  10.  "Jeder, der durch Drohungen Druck auf einzelne Abgeordnete auszuüben versucht, muss wissen: Er greift das ganze Parlament an." (im Juni 2016 in Richtung des türkischen Präsidenten Erdogan nach Attacken gegen Bundestagsabgeordnete insbesondere mit türkischen Wurzeln)
  11. "Ich denke, es ist nun Zeit für einen Wechsel, zumal auch ich nicht immer jünger werde. Für das Vertrauen und die Unterstützung vieler Parteifreunde und Wähler über einen so außergewöhnlich langen Zeitraum bin ich dankbar. Ich habe es immer als Ehre und Privileg empfunden, meinen Beitrag zur Entwicklung unseres Landes leisten zu dürfen." (in seinem Schreiben vom 17. Oktober 2016, in dem er ankündigt, nicht mehr für den Bundestag kandidieren zu wollen)
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