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Weniger Neuankömmlinge
155.000 freie Betten in Flüchtlingsunterkünften

Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können
Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können FOTO: dpa, rwe jai
Exklusiv | Berlin/Düsseldorf. Die Schließung der Balkanroute schafft bundesweit leere Flüchtlingsunterkünfte. Allein in NRW gibt es 40.000 freie Plätze in der Erstaufnahme.

Eine Umfrage unserer Redaktion bei den Ländern hat ergeben, dass derzeit mehr als 155.000 Plätze in Regel- und Notunterkünften unbesetzt sind. In den nordrhein-westfälischen Einrichtungen stehen rund 40.000 Betten leer. In Sachsen waren am vergangenen Montag von 17.615 Plätzen zur Erstunterbringung nur 2517 mit Flüchtlingen belegt, und in Baden-Württemberg sind derzeit 6800 Schutzsuchende auf Einrichtungen verteilt, in denen es Raum für 30.000 Flüchtlinge gäbe.

Das Bundesamt für Migration hatte mitgeteilt, dass im April nur etwa 16.000 Asylsuchende in Deutschland registriert wurden. Im November hatte die Zahl der Neuankömmlinge noch bei rund 200.000 gelegen.

In Nordrhein-Westfalen kamen nach Angaben von NRW-Innenminister Ralf Jäger im April nur noch 5326 Asylsuchende an. Als erste Reaktion sollen nun zunächst die 21 Turnhallen, die landesweit noch als Notunterkünfte in Benutzung sind, freigeräumt werden. Unterdessen forderte der Städte- und Gemeindebund das Land auf, den Kommunen zusätzlich zu den bereits zugesagten 1,9 Milliarden Euro weitere 200 Millionen Euro für die Flüchtlingskosten zu geben.

Bei der Integration anerkannter Asylbewerber ist inzwischen der Bund bereit, den Ländern und Kommunen finanziell entgegegenzukommen. Er wird die Kosten der Unterkunft komplett übernehmen. Die Bundesregierung beziffert die Unterkunftskosten auf aktuell 700 Millionen Euro und perspektivisch 1,5 Milliarden Euro pro Jahr. Zuletzt hatte Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) den Ländern angeboten, für flüchtlingsbedingte Unterkunftskosten bis zu 500 Millionen Euro zusätzlich bereitzustellen.

(th/hüw)
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