Neue Daten des Politbarometers: 46 Prozent sind mit Schwarz-Gelb unzufrieden
zuletzt aktualisiert: 29.01.2010 - 17:39Berlin (RPO). Nach fast hundert Tagen schwarz-gelber Koalition beurteilen die Wähler die Arbeit der Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zunehmend kritisch. 46 Prozent bescheinigen der Koalition mittlerweile eine schlechte Arbeit, wie das am Freitag veröffentlichte ZDF-Politbarometer ergab. In der Rangliste der wichtigsten Politiker sackte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) erneut ab.
Anfang Januar hatten im Politbarometer noch 42 Prozent der Befragten der Bundesregierung ein schlechtes Zeugnis ausgestellt, im Dezember waren es 34 Prozent gewesen. Für knapp die Hälfte der Befragten falle die Bilanz positiv aus. Der Umfrage zufolge glauben insgesamt 70 Prozent, dass sich die Politik der schwarz-gelben Regierung hauptsächlich an den Interessen einzelner gesellschaftlicher Gruppen orientiere. Nur 26 Prozent sehen das Gemeinwohl im Mittelpunkt des Regierungshandelns.
In der politischen Stimmung lag die Union im Vergleich zu Anfang Januar konstant bei 41 Prozent, die SPD konnte um zwei Punkte zulegen auf 28 Prozent. FDP und Linke erreichten erneut unverändert neun Prozent, die Grünen gaben einen Punkt ab auf elf Prozent. Wenn bereits am nächsten Sonntag gewählt würde, spielten längerfristige Überzeugungen und Bindungen an die Parteien sowie koalitionstaktische Überlegungen eine etwas größere Rolle.
In der Politbarometer-Projektion verbesserte sich die Union hier um einen Punkt auf 37 Prozent, die SPD um einen Punkt auf 26 Prozent. Die FDP büßte einen Punkt ein und kam auf zehn Prozent, die Linke rutschte ebenfalls um einen Punkt auf zehn Prozent ab, die Grünen lagen unverändert bei zwölf Prozent.
Zu den schwachen Umfragewerten der FDP sagte CSU-Chef Horst Seehofer der "Passauer Neuen Presse", die Liberalen hätten ihren Höhepunkt überschritten und kämen nun "langsam wieder in der Normalität an". Die FDP hatte bei der Bundestagswahl 14,6 Prozent der Stimmen erhalten. Von einem Fehlstart der Koalition könne aber keine Rede sein, hob Seehofer hervor. "Die Mängel, vor allem in der Kommunikation, sind seit dem Gipfeltreffen der Parteivorsitzenden abgestellt. Wir können mit den ersten hundert Tagen ganz zufrieden sein."
Auch in der Rangliste der wichtigsten Politiker mussten FDP-Vertreter jedoch Rückschläge hinnehmen: Laut Politbarometer erlitt der Parteivorsitzende und Außenminister Westerwelle die größten Einbußen. Er setzte auf der Skala von plus fünf bis minus fünf mit einem Wert von minus 0,3 (zuvor 0,2) seinen seit Oktober anhaltenden Abwärtstrend fort. Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) ist in den Top Ten nicht mehr vertreten, während CSU-Chef Seehofer mit einem Wert von 0,1 wieder Einzug in die Liste hielt.
Auf Platz eins der Politiker-Top-Ten lag weiterhin Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Er erreichte einen verschlechterten Durchschnittswert von 2,1 (zuvor 2,4). Einbußen musste auch Merkel auf Platz zwei hinnehmen mit 1,6 Punkten (zuvor 1,9). Danach folgten Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) mit 1,1 (zuvor 1,3) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) mit unverändert 0,9. Es folgten SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier mit 0,6 (zuvor 0,5) und SPD-Chef Sigmar Gabriel unverändert mit 0,5.
Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte für das Politbarometer von Dienstag bis Donnerstag 1256 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte.
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