München (rpo). Bei den Protesten gegen die Sicherheitskonferenz in München hat die Polizei bis zum frühen Samstagabend 49 Demonstranten festgenommen. Autonome Demonstranten hätten Feuerwerkskörper und Flaschen nach Polizisten geworfen, nachdem diese unerlaubte Transparente konfisziert hätten.
Zwischen der Polizei und den Demonstranten kam es zu Handgemengen. Foto: AP
Einsatzfahrzeuge und mit Schlagstöcken bewaffnete Beamte stoppten den Demonstrationszug mit rund 3.500 Teilnehmern in der Innenstadt mehrmals. Als Grund nannte ein Polizeisprecher versuchte gefährliche Körperverletzung und Verstöße gegen das Versammlungsgesetz.
Nach Berichten von Demonstranten gingen die Polizisten teilweise sehr hart vor. Ein Demonstrant sei gewaltsam zu Boden geworfen und von einem Polizisten getreten worden. "Der wurde zusammengetreten wie blöd", sagte ein Augenzeuge. Polizeisprecher Christoph Reichenbach erklärte hingegen: "Wir treten nicht. Die Vorwürfe sind aus der Luft gegriffen."
Der Mitinitiator des Protestes, Klaus Schreer, sprach von "grundloser Schikane der Polizei". Immer wieder kam es während des vierstündigen Demonstrationszuges durch die Münchner Innenstadt zu Rangeleien, bei denen ein Polizist nach bisher unbestätigten Angaben leicht verletzt worden sein soll.
"Stoppt den globalen Krieg der NATO-Staaten!"
Der Großteil der Kriegsgegner protestierte jedoch friedlich. Viele tanzten zu Sambaklängen und HipHop-Musik durch die verregneten Straßen und äußerten ihren Unmut auf Plakaten. Auf einem wurde US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld als "Folterer" und "Mörder" bezeichnet. Auf anderen Plakaten stand: "Stoppt den globalen Krieg der NATO-Staaten!" und "If you want to stop terrorists, start with the US- and EU-imperialists."
Die Proteste hatten am Mittag mit einer friedlichen Kundgebung von rund 800 Kriegsgegnern auf dem Marienplatz begonnen. Hauptredner Klaus Schreer sagte, am Wesen der Sicherheitskonferenz habe sich nichts geändert. Sie sei noch immer ein "Kriegstreiber-Treff", besetzt mit "notorischen Kriegsverbrechern wie Donald Rumsfeld".
Zu der Kundgebung hatte das globalisierungskritische Netzwerk attac aufgerufen. Bis zum Start des Protestzuges hatte es drei Festnahmen gegeben, eine davon wegen "langer Nieten an der Kleidung", wie ein Polizeisprecher sagte. Bereits am Vorabend hatten nach Polizeiangaben rund 1.000 Gegner der Veranstaltung vor dem Tagungshotel protestiert. Zum Schutz der bis Sonntag dauernden Konferenz wurden rund 4.000 Beamte eingesetzt. Vorwiegend linke Gruppen hatten 14 Protestveranstaltungen angemeldet und von rund 5.000 erwarteten Demonstranten gesprochen.
Quelle: ap