Regierungspläne: 500 deutsche Soldaten mehr nach Afghanistan
VON MARTIN BEWERUNGE UND GREGOR MAYNTZ - zuletzt aktualisiert: 25.01.2010 - 07:21Berlin (RP). Die Bundesregierung schickt 500 Bundeswehrsoldaten zusätzlich nach Afghanistan und will die Ausbildung der örtlichen Sicherheitskräfte stärker fördern. Nach Informationen unserer Redaktion ist die Aufstockung des deutschen Truppenkontingents zwischen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und Außenminister Guido Westerwelle (FDP) abgestimmt.
Die Erhöhung gilt als Signal Deutschlands für die an diesem Donnerstag beginnende internationale Afghanistan-Konferenz in London, wo nach wirksameren Strategieen für die Befriedung Afghanistans gesucht werden soll.
Bislang kann Deutschland bis zu 4500 Mann nach Afghanistan entsenden. Die USA hatten auf ein deutlich größeres Engagement gedrängt. Wie unsere Zeitung aus Regierungskreisen weiter erfuhr, sollen außerdem die derzeitigen Bundeswehr-Strukturen in Afghanistan so umgebaut werden, dass die Bundeswehr die Ausbildung einheimischer Sicherheitskräfte deutlich forcieren kann.
Guttenberg stellte die neuen Hilfen allerdings unter den Vorbehalt eines generellen Strategiewechsels der westlichen Allianz am Hindukusch. Mehr Soldaten bedeuten nach Auffassung des Verteidigungsministers indes nicht unbedingt mehr Kampftruppen. Vielmehr sollten die Deutschen mehr Präsenz in der Fläche zeigen. Der Schutz der Bevölkerung sei das Hauptziel: "Das geht nur, wenn man das an den Orten macht, wo man auch Kontakt zur Bevölkerung hat."
Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet von der Londoner Konferenz ein neues Gesamtkonzept der Verbündeten. Ziel sei es, „Schritt für Schritt” die Verantwortung der afghanischen Regierung zu übergeben.
Westerwelle sprach sich derweil für ein Aussteigerprogramm für gemäßigte Taliban aus. Es gebe viele Mitläufer der Taliban, die aus wirtschaftlichen Gründen auf einen falschen Weg geraten seien. Ihnen solle eine Perspektive für sich und ihre Familien geboten werden. In Geheimdienstkreisen in Kabul wird dieser Ansatz indes als "abwegig" bezeichnet.
SPD-Chef Sigmar Gabriel erneuerte den Vorschlag seiner Partei, den Bundeswehreinsatz spätestens bis 2015 zu beenden. Man sollte nicht so tun, als könnte man mit mehr Kampftruppen etwas anfangen.

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