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Dienstleistungsbranche und Gastronomie
68.000 Flüchtlinge haben Arbeitsplatz gefunden

Stimmen: NRW-Bürgermeister zur Lage in ihrer Stadt
Stimmen: NRW-Bürgermeister zur Lage in ihrer Stadt FOTO: dpa, fg nic
Berlin. In den vergangenen zwölf Monaten haben rund 68.000 Flüchtlinge einen Arbeitsplatz in Deutschland gefunden. Weitere 3500 machten sich von Oktober 2014 bis September 2015 selbstständig, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Antwort der Regierung auf eine Anfrage der Linken hervorgeht.

Insgesamt hatten demnach zum Stichtag Ende März fast 363.000 Menschen aus einem Asylherkunftsland einen sozialversicherungspflichtigen Job, weitere 104.000 einen Minijob.

Die Zahlen stammen von der Bundesagentur für Arbeit. Sie erfasst Flüchtlinge nicht eigens in ihrer Statistik, deshalb bestimmt sie die Gruppe mit Hilfe der Staatsangehörigkeit der Menschen aus den 15 häufigsten Asylherkunftsländern - also etwa Syrien, Afghanistan, Irak, Kosovo, Serbien oder Nigeria. Es handelt sich um Asylbewerber im Anerkennungsverfahren und Geduldete, aber auch um Menschen, die über einen Familiennachzug nach Deutschland kamen und schon lange im Land leben.

Wie aus der Antwort der Regierung weiter hervorgeht, haben Flüchtlinge deutlich mehr Schwierigkeiten, einen Job zu finden, als deutsche Arbeitslose. Vier Prozent der arbeitslos gemeldeten Flüchtlinge finden demnach im Monatsdurchschnitt einen Arbeitsplatz, bei den Deutschen sind es sieben Prozent. Vor allem weibliche Flüchtlinge haben es demnach schwer: Hier beträgt die Quote nur 2,3 Prozent.

Die Branchen, in denen viele Flüchtlinge unterkommen, sind vor allem Niedriglohnbranchen wie die Zeitarbeit, die Dienstleistungsbranche, die Gastronomie und der Bau. Die schlechten Arbeitsmarktchancen der Flüchtlinge hingen mit zahlreichen Hürden und mangelhafter Förderung zusammen, erklärte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken, Sabine Zimmermann. "Hier müssen die Weichen neu gestellt werden." Sie forderte einen freien Zugang zu Sprachkursen für alle, die Beseitigung von Arbeitseinschränkungen und -verboten für Flüchtlinge sowie mehr Personal und Fördermaßnahmen in den Arbeitsagenturen und Jobcentern.

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(AFP)
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