Foto: Luftwaffe / PrSt Air Policing Baltikum

Luftzwischenfall über dem Baltikum: Deutsche Jets fangen Russen ab

VON HELMUT MICHELIS - zuletzt aktualisiert: 03.11.2009 - 13:49

(RP) Die Bundeswehr bestätigt einen Luftzwischenfall über dem Baltikum: Deutsche Abfangjäger stellen vor Estland ein russisches Radar-Führungsflugzeug, daraufhin greifen russische Kampfjets ein. Finnische Jagdflugzeuge kommen den Deutschen zur Hilfe.

Über Zwischenfälle ist bislang geschwiegen worden. Jetzt aber wurde durch eine Reportage in der Militärzeitschrift "Loyal" bekannt, dass zwei deutsche Eurofighter am 15. September im äußersten Nordwesten Estlands an der Ostseeküste einen russischen Radaraufklärer vom Typ Beriew Be-50 abgefangen haben.

Seit zwei Monaten sichern Jagdflugzeuge der Bundeswehr den Luftraum über den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen. Die drei Nato-Neulinge verfügen selbst nicht über Abfangjäger. Deshalb übernehmen andere Bündnispartner im Wechsel die Luftraumüberwachung – bis Januar ist Deutschland wieder an der Reihe.

Info

Der Einsatz

RP Online Karte Bundeswehr Baltikum

Die Nato-Mission heißt offiziell "Air Policing Baltikum" (Luftraumüberwachung Baltikum).

Die Vier Jäger der deutschen Luftwaffe stehen rund um die Uhr startbereit auf dem Flugplatz Siauliai im Norden Litauens. Die Bundeswehr stellt auch Jägerleitoffiziere, knapp 100 Soldaten Bodenpersonal und Feuerwehrleute.

Die Beriew A-50 auf der Basis des Iljuschin-Transporters Il-76 (die Nato bezeichnet sie mit dem Code "Mainstay") hat 15 Mann Besatzung und dient in der russischen Luftwaffe als Radar-Frühwarnflugzeug und fliegende Leitstelle für bis zu zehn Kampfflugzeuge.

So soll der Zwischenfall abgelaufen sein: Die Eurofighter des Jagdgeschwaders 74 aus dem bayerischen Neuburg/Donau nähern sich der unbekannten Maschine und versuchen vergeblich, mit ihr Funkkontakt aufzunehmen. Dann fotografiert ein deutscher Pilot die russische Militärmaschine. Überraschend rasen zwei russische Kampfflugzeuge vom Typ Sukhoi Su-27 (Nato-Code: Flanker) mit Überschallgeschwindigkeit auf die Eurofighter zu. Schüsse fallen nicht.

Die drei russischen und zwei deutschen Jets haben inzwischen über der Ostsee finnischen Luftraum erreicht. Alarmierte finnische F-18-Düsenjäger drängen die Russen ab und eskortieren sie zurück in den internationalen Luftraum.

Ein Sprecher der Luftwaffe in Köln bestätigte gestern auf Anfrage unserer Zeitung, dass es bereits zwei Zwischenfälle gegeben hat, in denen die deutschen Eurofighter über dem Baltikum "eine Sicht-Identifikation unbekannter Luftfahrzeuge" hätten durchführen müssen.



Bereits Anfang September wurde ein Militärtransporter Antonow An-72 (Nato-Code: Coaler) über der Ostsee abgefangen, der sich im Funkverkehr als zivile Frachtmaschine ausgegeben hatte. Die Tschechen, von denen die Deutschen die Aufgabe übernommen haben, berichten über ähnliche Zwischenfälle.

Deutsche Beobachter sprechen von "Nadelstichen": Moskau betrachtet die Region als sein Einflussgebiet, liegt im Streit vor allem mit Estland und ist verärgert darüber, dass es seine Exklave Kaliningrad zwischen Polen und Litauen nicht mehr direkt über den baltischen Luftraum anfliegen darf.

Im April 2007 hatte die russische Luftwaffe ihre Erkundungsflüge aus den Zeiten des Kalten Krieges mit dem Scheinangriff eines Atombombers Tupolew Tu-142 auf Schottland wieder aufgenommen. Vermutlich wollten die Russen die Reaktionszeit der britischen Luftverteidigung testen. Seitdem fliegen mit Raketen und Bomben bewaffnete russische Flugzeuge regelmäßig weltweit in Nato-Regionen ein, was Präsident Wladimir Putin im August 2007 als Moskaus "notwendige Reaktion auf die wachsende militärische Bedrohung Russlands durch andere Länder" bezeichnete.

Ein Nato-Sprecher wollte die Zwischenfälle über dem Baltikum gestern ausdrücklich nicht als bewusste Provokation werten: "Es ist sehr schwierig, Landesgrenzen klar aus der Luft zu bestimmen." Drohe deren Verletzung durch fremde Flugzeuge, würden die Abfangjäger vorsichtshalber "Flagge zeigen". Anderen Quellen zufolge soll die Beriew "unmittelbar an der estnischen Grenze entlang" geflogen sein. Ob sie das Hoheitsgebiet dabei verletzt hat, ist demnach ungeklärt.

Im Oktober 2005 hatte es einen heftigen Streit zwischen Litauen und Russland gegeben, als ein russisches Sukhoi-Kampfflugzeug aus unbekanntem Grund auf litauischem Gebiet abstürzte. Damals sicherten bereits Nato-Flugzeuge das Baltikum, entdeckten aber den über Litauen fliegenden, mit vier Raketen und geladener Bordkanone bewaffneten russischen Jet mehr als 20 Minuten lang nicht.

Fotos zeigen, dass auch die deutschen Abfangjäger bewaffnet sind. Die vier auf dem nord-litauischen Stützpunkt Siauliai stationierten Eurofighter aus Bayern wurden gestern von Phantom-Kampfflugzeugen des Jagdgeschwaders 71 "Richthofen" aus dem niedersächsischen Wittmund abgelöst.StepMapRP Online Karte Bundeswehr Baltikum

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Quelle: RP

 
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Autor: Stons | 09.11.09 10:35 (1/29)
Finische F18
Also bitte das glaub ich net (deutsche luptwape hat rusbär abgefangen! hähä:) echt billig! was für ein comm, 1 sichtkontakt aufgebaut! 2 im konvoi formationsflug! 3 deutsche eurofighter wurden...
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Autor: Ulenspiegel | 04.11.09 12:44 (2/29)
NATO unerwünscht
@Alexander P / Datum: 04.11.09 07:35 Die NATO als Feindstaaten-Organisation gemäß der Rechtsordnung am 8. Mai 1945 ist komplett UNERWÜNSCHT!
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Autor: capri66 | 04.11.09 08:53 (3/29)
immer dieselben
Anscheinend können hier ein paar (immer die gleichen) nicht lesen oder wollen es nicht, da immer angebliche Großmachtträume Deutschlands heraufbeschworen werden. Dass wir NATO-Bündnispartner...
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