Frankfurt/Main (RPO). Der ehemalige Guantánamo-Häftling Murat Kurnaz hat einem Medienbericht zufolge selbst angekündigt, dass er in Afghanistan für die Taliban kämpfen werde. Der Bremer Verfassungsschutz will Telefonate abgehört haben, in denen Kurnaz dem Vorbeter seiner Moschee vor seiner Abreise nach Afghanistan von seinen Plänen berichtete.
Kurnaz soll im Oktober 2001 in Telefonaten mit dem Vorbeter seiner Moschee von einem unmittelbar bevorstehenden Einsatz in Afghanistan unter Taliban-Führung gesprochen haben, berichtet die "Frankfurter Rundschau".
Das Bremer Landesamt für Verfassungsschutz schreibt danach in einem Bericht an den zuständigen Senator der Hansestadt: "Bis zum 22.10.2001 kam es zu mehreren telefonischen Kontakten zwischen Kurnaz und A. M., in denen Kurnaz einen unmittelbar bevorstehenden Einsatz in Afghanistan unter der Führung der Taliban ankündigte." M. war der erste Vorbeter der Abu-Bakr-Moschee in Bremen und soll nach Erkenntnissen der Verfassungsschützer für Kurnaz "Kontakte zu den Taliban in Pakistan" hergestellt haben.
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Die BND-Beamten, die Kurnaz dann im Herbst 2002 zwei Tage lang im US-Gefangenenlager Guantánamo befragten, hatten von dieser Information nach eigener Aussage keine Kenntnis. Das ergebe sich aus dem Protokoll der geheimen Befragung der Beamten im BND-Untersuchungsausschuss, wie die Zeitung schreibt.
Die Zeugenaussage des Leiters der deutschen Delegation mache deutlich, dass die Beamten ohnehin nur die Aufgabe gehabt hätten, über Kurnaz zu erfahren, ob er womöglich über Kontakte zu einem verborgenen Islamistennetzwerk in Bremen verfügte oder eingebunden war in einen internationalen Verbund von Al-Qaida- oder Taliban-Kämpfern im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet.
Quelle: afp