Gerhard Schröder an der Seite von Frank-Walter Steinmeier - ein Bild, das in den nächsten Monaten des öfteren zu sehen sein wird. Der Altkanzler will sich im beginnenden Wahlkampf für den Kanzlerkandidaten der SPD einsetzen.
Eine eher scheue Umarmung - Kurt Beck und Gerhard Schröder waren nie die besten Freunde. Becks Abgang als Parteichef befürtwortet Schröder.
Doch eigentlich hatte sich Altkanzler Schröder nach der Bundestagswahlniederlage 2005 von der politischen Bühne Deutschlands verabschiedet. Nun kehrt er zurück.
Aber wer ist Gerhard Schröder und wofür steht er? Ein kurzes Porträt...
Angeblich wollte Schröder schon als Schüler Bundeskanzler werden. Bereits 1963 trat er im Alter von 19 Jahren der SPD bei und wurde 1971 zum Vorsitzenden der Jungsozialisten gewählt.
In der niedersächsischen Landespolitik arbeitete er sich nach oben und behielt auch als Ministerpräsident des Landes das Ziel Kanzleramt vor Augen.
1998 dann der Erfolg: Schröder beendet nach 16 Jahren die Ära Kohl, wird zum 7. Kanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt und regiert an der Spitze der ersten rot-grünen Koalition.
Bereits zu Anfang seiner Regierungsarbeit gab es Probleme. Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und seinem Bundesfinanzminister Oskar Lafontaine in essentiellen wirtschafts- und finanzpolitischen Fragen gipfelten in Lafontaines Rücktritt als Vorsitzender der SPD. Zu diesem Zeitpunkt rechnete noch niemand damit, dass der geschiedene Lafontaine einmal mit der Gründung der Links-Partei aufwarten würde.
2003 boxte Schröder gemeinsam mit dem grünen Koalitionspartner die Agenda 2010 durch. Ein Vorhaben, das nicht nur innerparteilich für Furore sorgte.
Sein gekonnter Umgang mit den Journalisten und die Fähigkeit den Trubel um seine Person geschickt zu nutzen, brachten ihm den Spitznamen "Medienkanzler" ein. Im Jahr 2000 bekam er sogar den deutschen Medienpreis in Baden-Baden.
Nach der Niederlage der SPD bei den sichergeglaubten Landtagswahlen 2005 in NRW sah Gerhard Schröder das Vertrauen der Bürger in sich und seine Regierung schwinden. Er kündigte neue Bundestagswahlen noch für dasselbe Jahr an und stellte im Bundestag die Vertrauensfrage - die notwendige Kanzlermehrheit erreichte er nicht.
Damit war seine Zeit an der Spitze der Bundesregierung abgelaufen. Zwar ging die SPD als stärkste Partei aus den Wahlen hervor, bildete aufgrund des Zusammenschlusses von CDU und CSU aber nur die zweitsärkste Fraktion.
Zunächst erhob Schröder als Kandidat der stärksten Partei im Bundestag noch Anspruch auf den Kanzlerposten, erklärte später aber indirekt den Verzicht auf eine Führungsrolle in der neuen Regierung. Angela Merkel übernahm so das Amt der Bundeskanzlerin.
Nach dieser Niederlage verabschiedete sich Schröder fast gänzlich aus der deutschen Politik. Rückblickend brachte er in seiner Zeit als Bundeskanzler vor allem notwendige aber auch umstrittene Reformen auf den Weg. Auch außenpolitisch war er viel aktiv und beteiligte sich am Kampf gegen Terrorismus und Menschenrechtsverletzung.
Zu einem besonders guten Freund während dieser Zeit wurde der russische Präsident Vladimir Putin. Die Bekanntschaft sollte ihm in der Zeit nach der politischen Aktivität noch zugute kommen.
Zuletzt war es ruhig geworden um den Wahl-Hannoveraner. Er beschäftigte sich mit anderen Dingen als der Politik: schrieb ein Buch und genoß die gewonnene Freizeit.
Stets an seiner Seite: Doris Schröder-Köpf. Die 19 Jahre jüngere Journalistin ist bereits seine vierte Ehefrau und brachte eine Tochter mit in die Ehe. Schröder selbst hat keine leiblichen Kinder.
Gestärkt und mit neuen Zielen vor Augen kehrte Schröder schon im November 2005 wieder in die Schlagzeilen zurück. Sein wirtschaftliches Interesse führte ihn unter anderem als Berater zur Schweizer Verlagsgruppe Ringier.
Um einiges pikanter ist allerdings seine Tätigkeit als Aufsichtsratsvorsitzender beim russischen Energieriesen Gasprom. Er stellt sich damit hinter den geplanten, allerdings in Deutschland umstrittenen Bau der Ostsee-Pipeline.
Als Duz-Freund von Russlands Ex-Präsident und derzeitigem Ministerpräsidenten Putin handelte er sich zuletzt viel Kritik für sein Engagement in Osteuropa ein. So warnte er aktuell im Rahmen des Kaukasus-Konflikts vor einer Verschlechterung der Beziehungen zu Russland.
Und nun meldet er sich auf der politischen Bühne Deutschlands zurück. Gerhard Schröder ist sicherlich jemand, der polarisiert. Fraglich also, ob er der geeignete Mann ist um den Kanzlerkandidaten Steinmeier zu promoten.