Mordversuch an Deutsch-Afrikaner: Polizei geht ersten Hinweisen auf Täter nach

zuletzt aktualisiert: 19.04.2006 - 11:44

Potsdam (rpo). Nachdem die Polizei die Stimmen der mutmaßlichen Täter des brutalen Überfalls auf einen Deutsch-Afrikaner in Potsdam veröffentlicht hat, gehen immer mehr Hinweise ein. Der Überfall wurde von der Handy-Mailbox der Frau des Opfers aufgenommen. Wir dokumentieren den Mitschnitt, den die Polizei Brandenburg veröffentlicht hat.

Passanten haben am Tatort des Geschehens Blumen niedergelegt. Foto: ddp
Passanten haben am Tatort des Geschehens Blumen niedergelegt. Foto: ddp

Das Opfer hatte kurz vor dem Angriff versucht, seine Frau anzurufen.Die Stimmen auf dem Tonband sind schwer zu verstehen. Deutlich zu hören ist aber unter anderem "du Nigger". Einmal meint man, "blödes Schwein" zu hören, dann sagt das Opfer: "Warum sagst du Nigger zu mir?" Dann einer der Täter: "Wir machen dich platt!" Dann erstirbt das Gespräch.

Die Polizei prüft derzeit die eingegangenen Hinweise und werte sie aus, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Zu hören ist auf dem Band eine weiblich klingende, hohe Stimme. Ob es sich dabei tatsächlich um eine Frau handele, sei aber noch Spekulation, sagte ein Sprecher der Generalbundesanwaltschaft.

Der Brandenburger Innenminister Jörg Schönbohm zeigte sich optimistisch, dass die zwölfköpfige Sonderkommission der Polizei die Täter bald fassen kann. Etwa 95 Prozent aller Gewaltverbrechen würden aufgeklärt, sagte er im RBB-Fernsehen.

Zahlreiche Hilfsangebote für die Familie

Im Potsdamer Rathaus meldeten sich mittlerweile viele Menschen, um den Angehörigen des Opfers Hilfe anzubieten, wie eine Sprecherin sagte. Neun Inhaber einer Supermarktkette richteten ein Spendenkonto ein und stellten selbst ein Prozent der Wocheneinnahmen für die Familie zur Verfügung.




Wegen des vermutlich fremdenfeindlichen Hintergrundes liegen die Ermittlungen bei Generalbundesanwalt Kay Nehm. Dies sei so, weil die Tat "bestimmt und geeignet ist, die innere Sicherheit der Bundesrepublik zu beeinträchtigen", sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft.

Spontan waren am Montag in Potsdam hunderte Menschen gegen den Anschlag auf die Straße gegangen. Foto: ddp

Ärzte bezeichneten den Zustand des Opfers, eines in Äthiopien geborenen Ingenieurs, weiter als lebensbedrohend. Der in Potsdam lebende zweifache Vater liegt im künstlichen Koma. Der 37-Jährige hatte bei dem Überfall am frühen Ostersonntag ein Schädel-Hirn-Trauma und Knochenbrüche erlitten.

5.000 Euro Belohnung für Hinweise auf Täter

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes und Raubes. Die Schläger sollen auch 200 Euro und einen Schlüsselbund gestohlen haben. Sie waren vom Tatort, einer Straßenbahn-Haltestelle in der Innenstadt, geflüchtet, als ein Taxifahrer dem Überfallenen zu Hilfe kam. Die Staatsanwaltschaft hat mittlerweile 5.000 Euro für Hinweise auf die Täter ausgesetzt.

Bereits am Montagabend hatten spontan etwa 400 Menschen in Potsdam gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewalt demonstriert. Der Potsdamer Oberbürgermeister Jann Jakobs sprach von "einer neuen Qualität der rechtsextremistischen Gewalt". "Dass jemand so brutal an einer Haltestelle zusammengeschlagen wird, dass er um sein Leben fürchten muss, das hatten wir so bislang nicht", sagte der SPD-Politiker.

Fotos
An dieser Straßenbahnhaltestelle in Potsdam ereignete sich der fremdenfeindliche Überfall. Foto: ddp

Quelle: afp2

 
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Autor: anonym | 21.04.06 14:33 (1/17)
@Mike Kr.
idioten nenne ich nur leute, die mich vorher ebenso betitelten. hätten sie den beitrag davor gelesen, auf den sich meiner bezog, wüssten sie bescheid. aber sie bewerten natürlich das verhalten...
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Autor: bobby krause | 19.04.06 23:08 (2/17)
Mit Schopenhauer...
habe ich ansonsten nicht viel am Hut. Mit der Feststellung: ''Jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation,...
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Autor: Mike Kr. | 19.04.06 21:32 (3/17)
@ Atze
Tut mir leid, aber ich gebe den anderen Teilnehmern Recht, Ihre Beiträge triefen nur so vor verblendetem Schwachsinn. Und ich werde ungern so deutlich. Patriotismus ist nicht gleich Nationalismus....
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