Düsseldorf (RPO). Die frühere SPD-Bundesfamilienministerin Renate Schmidt will eine parteiübergreifende Initiative für ein "Wahlrecht von Geburt an" gründen. Noch in diesem Frühjahr soll es damit losgehen. Ziel: Die Interessen von Kindern sollen in der Politik stärker zum Tragen kommen.
Renate Schmidt will das Wahlrecht für Kinder. Foto: AP
"Schon heute werden die Interessen von Kindern und Jugendlichen in der Politik nicht ausreichend berücksichtigt", sagte Schmidt der "Westdeutschen Zeitung". Deshalb sollte für das Wahlrecht keine Altersgrenze mehr gelten. Die Eltern würden nur so lange stellvertretend für ihre Kinder wählen, bis diese selbst ihre Stimme abgeben könnten und wollten.
Je älter die Gesellschaft werde, desto weniger Einfluss hätten die Jungen, sagte Schmidt. Sie will deshalb einen Gruppenantrag zur Änderung des Grundgesetzes in den Bundestag einbringen und wird dabei eigenen Angaben zufolge unter anderen von der CDU-Familienpolitikerin Katharina Landgraf sowie von Bundestagsvizepräsident Hermann Otto Solms (FDP) unterstützt.
Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) stellte sich indes bereits gegen Schmidt. Wer für ein Kinder-Wahlrecht streite, der unterstelle den Alten einen "übersteigerten Egoismus", sagte er dem Blatt.
Quelle: afp