Frankfurt/Main (RPO). Mit der Ausrufung der Neuwahlen in Hessen war ihre politische Karriere eigentlich beendet, doch Andrea Ypsilanti ist ein Stehaufmännchen. An Samstag wurde sie wieder als Direktkandidatin für den Urnengang aufgestellt - auf Platz zwei.
Die hessische SPD-Vorsitzende ist von ihrer Partei in Frankfurt am Main einstimmig wieder als Direktkandidatin für die Landtagswahl aufgestellt worden. Bei der Abstimmung erhielt sie trotz eines Gegenkandidaten alle 54 abgegebenen Stimmen. Mit ganz großer Mehrheit nominierte die Frankfurter SPD Ypsilanti auch für Platz Zwei der hessischen SPD-Landesliste. Auf dem Landesparteitag am nächsten Samstag in Alsfeld soll sie demnach direkt hinter Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel platziert werden.
Ypsilanti wurde von dem Parteitag mit Ovationen bedacht. Ein Antrag, der auf Kritik an ihrem Verhalten gegenüber den vier Abweichlern abzielte, die ihr im Landtag wegen der Zusammenarbeit mit der Linkspartei die Stimme verweigert hatten, wurde mit großer Mehrheit zurückgewiesen. Ypsilanti selbst nannte das Verhalten der vier Abgeordneten einen "Anschlag auf die gesamte Partei" und eine Verletzung demokratischer Spielregeln. Die zentralen Forderungen des letzten Wahlkampfs wie Mindestlohn und Energiewende blieben nach wie vor richtig, fügte die hessische SPD-Chefin hinzu.
Schäfer-Gümbel griff in seiner Rede vor den Delegierten Ministerpräsident Roland Koch (CDU) scharf an und nannte die SPD die "Fortschrittspartei" in Hessen. Zugleich rief er die Sozialdemokraten im Land zur Geschlossenheit auf und ermahnte sie, nicht das Bild eines "aufgescheuchten Hühnerhaufens" abzugeben. Die SPD werde keinesfalls "in Demut" in den Wahlkampf gehen.
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Quelle: AP