500 religiöse Repräsentanten diskutieren: Aachen: Erstes Weltfriedensgebet auf deutschem Boden
zuletzt aktualisiert: 07.09.2003 - 15:12Aachen (rpo). Den Auftakt zum ersten Weltfriedensgebet auf deutschem Boden hat Aachen am Sonntag erlebt. 500 religiöse Repräsentanten aus aller Welt diskutieren noch bis Dienstag. Insgesamt rechnen die Veranstalter mit 3500 Teilnehmern.
Die Repräsentanten aus aller Welt wollen bis zum Dienstag über politische und religiöse Fragen diskutieren und die Verständigung zwischen den Religionen voranbringen. Die Veranstalter rechnen mit 3.500 Teilnehmern.
Die Eröffnungsmesse im Aachener Mariendom verfolgten 2.500 Besucher. Für 1.500 Gläubige wurde der Gottesdienst auf den Aachener Katschhof übertragen. "Dieses Treffen will nicht die Vermischung der Religionen, sondern den gegenseitigen Respekt und die Achtung des anderen", sagte der Bischof von Aachen, Heinrich Mussinghoff in seiner Predigt. "Gott ist nicht christlich, jüdisch oder muslimisch. Er ist der Vater aller Menschen."
Als zweiter Prediger sprach der griechisch-orthodoxe Metropolit von Deutschland, Augoustinos: "Gemeinsam können wir Gottes Traum besser verstehen und leben. Er gilt nicht nur für einige Menschen auf einer reichen Insel im Norden, sondern auch überall dort, wo Menschen leiden", sagte Augoustinos. Das Pontifikalamt zelebrierte Kardinal Walter Kasper, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen.
Das Weltfriedensgebet wird von der christlichen Gemeinschaft Sant'Egidio aus Rom und dem Bistum Aachen organisiert. Sant'Egidio setzt sich weltweit für Frieden und Armutsbekämpfung ein und hat nach eigenen Angaben knapp 60.000 ehrenamtliche Mitarbeiter in 62 Ländern. Die Veranstalter des Weltfriedensgebets sehen sich in der Tradition des ersten interreligiösen Friedensgebets von 1986. Damals traf Papst Johannes Paul II. im italienischen Assisi mit Führern anderer Religionen zusammen.
Öffentlichkeit zu 30 Gesprächen geladen
Das Motto des diesjährigen Treffens wurde während des Irak-Kriegs gewählt: "Zwischen Krieg und Frieden - Religionen und Kulturen begegnen sich". Die Öffentlichkeit ist zu mehr als 30 Gesprächen am Runden Tisch eingeladen. Ein Schwerpunkt sind die Probleme Afrikas, außerdem der Terrorismus, die Ausbreitung von Aids und die Todesstrafe. Am Dienstag wollen irakische Sunniten, Schiiten und Christen über die Zukunft des Landes diskutieren. Die Welt braucht den Dialog als friedenschaffendes Element so nötig wie die Luft zum Atmen", sagte der Gründer von Sant'Egidio, Andrea Riccardi.
Bei der Auftaktveranstaltung am Sonntagnachmittag im Aachener Eurogress-Zentrum sollte eine Botschaft von Papst Johannes Paul II. und ein Grußwort von Bundespräsident Johannes Rau verlesen werden. Für die Abschlussveranstaltung am Dienstag werden eine Kundgebung und ein gemeinsamer Friedensappell erwartet.
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