Kritik von Helmut Schmidt: Abschuss-Debatte ist "abwegig"
zuletzt aktualisiert: 21.09.2007 - 08:43Düsseldorf (RPO). In die Debatte um den Abschuss von entführten Passagierflugzeugen hat sich jetzt auch Alt-Kanzler Helmut Schmidt (SPD) eingemischt. Er kritisierte die momentane Diskussion als "abwegig".
Der "Bild"-Zeitung sagte der Alt-Kanzler, es sei "nicht nur unzweckmäßig, sondern sogar gefährlich, die Reaktion einer Regierung auf den Eventualfall eines Lebensgfährlichen terroristischen Angriffs im Vorwege festlegen zu wollen." Schmidt selbst musste im sogenannten "Deutschen Herbst" 1977 in mehreren Fällen entscheiden, wie die damalige Regierung mit den Erpressungsversuchen der "Rote Armee Fraktion" (RAF) umzugehen hatte. Dazu gehörten unter anderem auch die Erstürmung der entführten Lufthansamaschine "Landshut" sowie die Entscheidung im Entführungsfall Hanns Martin Schleyer.
Verteidigungsminister Franz Josef Jung hatte die derzeitige Abschuss-Debatte angestoßen, in dem er von Terroristen entführte Flugzeuge, die zu Attentaten genutzt werden könnten, abschießen lassen will, obwohl das Bundesverfassungsgericht bereits eine solche Abwägung "Leben gegen Leben" verworfen hatte.
Gegen den Verteidigungsminister liegen bereits mehrere Strafanzeigen vor.
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