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Kommentar zu Hitler-Vergleich von Helmut Schmidt: Adolf Nazi war kein Saarländer

VON SVEN GÖSMANN - zuletzt aktualisiert: 15.09.2008 - 06:29

Düsseldorf (RP). Altkanzler Helmut Schmidt warnt vor Lafontaine und rückt den Chef der Linkspartei in die Nähe Hitlers: "Adolf Nazi war ein charismatischer Redner. Oskar Lafontaine ist es auch." Ein Kommentar.

Altkanzler Helmut Schmidt: Untauglicher Versuch, Lafontaine zu stoppen.  Foto: ddp, ddp
Altkanzler Helmut Schmidt: Untauglicher Versuch, Lafontaine zu stoppen. Foto: ddp, ddp

Die Geschichte der politischen Auseinandersetzung in Deutschland ist leider voll von törichten Vergleichen aus dem Munde eigentlich kluger Leute: „Heiner Geißler ist der schlimmste Hetzer seit Goebbels“ (Willy Brandt), „Gorbatschow ... versteht etwas von PR, der Goebbels verstand auch was von PR“ (Helmut Kohl), „Bush lenkt von innenpolitischen Problemen durch Krieg ab - wir kennen das von Adolf Nazi“ (Herta Däubler-Gmelin). Als besonders wirksame Waffe wird die Faschismus-Keule verehrt, wenn man sonst nicht weiter weiß.

Auch Helmut Schmidt ist vor diesem Unfug nicht gefeit. Sein Versuch, den linken Populisten Oskar Lafontaine zu stoppen, in dem er ihn in eine Ecke mit Hitler oder zumindest Le Pen rückt, taugt nicht. Sie schafft vielmehr einen Solidarisierungseffekt mit einem Politiker, der das nicht verdient hat.

Lafontaine spielt gewiss mit den rhetorischen Mitteln aller Demagogen, auch Ausrutscher nach rechts sind ihm nicht fremd. Er spricht über „Fremdarbeiter“, schürt Wirtschafts- und Amerikafeindlichkeit.

Aber man muss und kann ihn nur stoppen, indem man seine falschen Verheißungen mit Fakten zerpflückt. Und indem man nicht seinen Konzepten nach- und einer Koalition mit der Linken entgegenläuft. Es wäre gut gewesen, wenn Sozialdemokrat Schmidt das in den Mittelpunkt seines Interviews gerückt hätte.


 
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