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Berlin: Ärzte-Chef will Festpreise für Medikamente

zuletzt aktualisiert: 19.02.2010 - 07:25

Düsseldorf (RP). Der Chef der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, hat gesetzliche Vorgaben zur Festsetzung von Arzneimittelpreisen gefordert. "Für neue Arzneien zahlen wir weltweit mit die höchsten Preise. Aber nicht jedes teure sogenannte innovative Medikament bringt auch wirklich einen Nutzen für die Patienten", sagte Hoppe unserer Redaktion.

Jörg-Dietrich Hoppe sieht im deutschen Gesundheitswesen eine versteckte Rationalisierung.  Foto: ddp
Jörg-Dietrich Hoppe sieht im deutschen Gesundheitswesen eine versteckte Rationalisierung. Foto: ddp

"Wenn es nicht gelingt, mit der Arzneimittelindustrie eine Vereinbarung über wesentlich niedrigere Arzneimittelpreise zu schließen, dann brauchen wir eine gesetzliche Lösung. Das Modell der Festpreise zum Beispiel hat sich ja bereits bewährt", so Hoppe.

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) traf am Donnerstag mit Vertretern der Pharmaindustrie zusammen, um über die Kostensteigerungen bei Arzneimitteln zu beraten. Dabei soll es auch um eine freiwillige Vereinbarung zwischen den Pharmafirmen und den Kassen zur Absenkung der Preise bei neuen Medikamenten gegangen sein, erfuhr unsere Redaktion aus Industriekreisen.

Die Ergebnisse könnten etwa Ende des Jahres von der Politik kontrolliert werden. Erst bei Nichterreichen bestimmter Quoten solle der Gesetzgeber handeln. Den Vorschlag habe Minister Rösler "wohlwollend" zur Kenntnis genommen, hieß es.

Vergangene Woche hatten die Chefs der Krankenkassenverbände bei Rösler ein Arzneimittel-Sparpaket von rund vier Milliarden Euro gefordert. Die Pharmafirmen sollen die Preise für neue Mittel nicht mehr beliebig festsetzen können. 2009 seien die Ausgaben für Medikamente um eine Milliarde Euro auf 30 Milliarden Euro gestiegen.

Quelle: RP

 
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