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Stimmungsumschwung
Umfrage sieht Alternative für Deutschland bei zehn Prozent

Tweets: So ärgert sich das Netz über AfD-Mann Höcke bei Günther Jauch
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Berlin. Die Flüchtlingskrise wirbelt die Kräfteverhältnisse in der deutschen Politik durcheinander. Laut einer aktuellen Umfrage fällt die Union in der Gunst der Wähler erneut zurück. Die Alternative für Deutschland erlebt hingegen einen Höhenflug. 

Inmitten des Streits über den Umgang mit Flüchtlingen sind CDU und CSU einer Umfrage zufolge in der Wählergunst zurückgefallen, während die AfD auf einen zweistelligen Wert zulegt. Wäre am Sonntag Bundestagswahl, käme die Union jetzt nur noch auf 34 Prozent und damit 1,5 Punkte weniger als in der Vorwoche, berichtete "Bild" vorab aus der Dienstag-Ausgabe unter Berufung auf den neuen Insa-Meinungstrend.

Die SPD verliere einen halben Punkt auf 24 Prozent. Die rechts-konservative AfD gewinne zwei Punkte hinzu und komme mit zehn Prozent erstmals bundesweit auf einen zweistelligen Wert. Die Linkspartei gewinne einen Punkt hinzu auf elf Prozent und die FDP einen halben auf sechs Prozent. Die Grünen blieben stabil bei zehn Prozent.

"Der Streit in der Union und in der Regierung hat Folgen", zitierte "Bild" den Insa-Chef Hermann Binkert. "Wir erleben wegen der Flüchtlingskrise einen gravierenden Stimmungsumschwung. Von der Schwäche der Union profitieren AfD und FDP."

Kurz-Porträt: Frauke Petry – jung, weiblich, populistisch FOTO: dpa, spf pil tmk

Bereits am Wochenende hatte die AfD in einer vorherigen Umfrage durch das Meinungsforschungsinstitut Emnid zugelegt. In den für die "Bild am Sonntag" erhobenen Daten konnte die Partei vor allem im Osten punkten, wo sie sogar auf 14 Prozent kommt. Bei ostdeutschen Männern lag der Zuspruch für die Partei, die vor "Asyl-Chaos" warnt, sogar bei 18 Prozent.

Der Parteienforscher Ulrich von Alemann erklärt den Aufschwung der AfD mit deren Haltung in der Flüchtlingsfrage. "Die AfD ist die einzige Partei in Deutschland, die die Vorurteile von Teilen der Bevölkerung gegenüber Ausländern hemmungslos ausbeutet", so von Alemann gegenüber dem Blatt. 

Der frühere Vorsitzende des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und ehemalige Vize-Vorsitzende der AfD, Hans-Olaf Henkel, warnte unterdessen im WDR-Magazin "Westpol"vor einem Rechtsruck seiner ehemaligen Partei. Die AfD, aus der er im Juli dieses Jahres ausgetreten ist, sei mittlerweile zu einer "NPD light" geworden. "Es macht mir Kummer, dass ich mitgeholfen habe, ein richtiges Monster zu erschaffen", sagte Henkel.

Alexander Gauland - AfD-Vize und Russlandversteher FOTO: dpa, hpl

 

(pst/REU)
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