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AfD
Jörg Meuthen will weiter mit Frauke Petry zusammenarbeiten

AfD: Jörg Meuthen will weiter mit Frauke Petry zusammenarbeiten
AfD-Co-Chef Jörg Meuthen. FOTO: dpa, bwe kde
Berlin. Auch wenn der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen über die Intervention der Co-Vorsitzenden Frauke Petry in Baden-Württemberg verärgert ist, will er die Partei weiterhin gemeinsam mit Petry führen.

"Dafür sind wir schließlich gewählt worden, die Politik ist halt ein konfliktbehaftetes Geschäft", sagte Meuthen der Deutschen Presse-Agentur.

Petry habe ihn am vergangenen Dienstag mit ihrem Auftauchen im Stuttgarter Landtag völlig überrascht. "Sie hat mir nur in einer SMS geschrieben, ich solle sie anrufen, aber da war sie wohl schon unterwegs", sagte Meuthen. Petry war nach eigener Aussage nach Stuttgart gefahren, um in der Auseinandersetzung um den wegen antisemitischer Schriften umstrittenen Abgeordneten Wolfgang Gedeon eine Spaltung der AfD-Landtagsfraktion abzuwenden.

Meuthen hatte die AfD-Fraktion kurz vorher verlassen, weil sich keine Mehrheit für den von ihm geforderten Ausschluss Gedeons aus der Fraktion fand. Meuthen hat inzwischen eine neue Fraktion namens Alternative für Baden-Württemberg gegründet, der mittlerweile 14 der 23 ursprünglichen AfD-Abgeordneten angehören. Kurz darauf erklärte Gedeon - nach einem Gespräch mit Petry - seinen Austritt aus der Rest-AfD-Fraktion. Meuthen sagte: "Ich hoffe, dass sich in den nächsten Tagen noch weitere Abgeordnete unserer Gruppe anschließen werden."

Wie aus Parteikreisen verlautete, kam das Gezerre von Stuttgart bei den AfD-Mitgliedern nicht gut an. Zahlreiche Mitglieder forderten, der Streit unter den Vorstandsmitgliedern müsse aufhören.

Gauland: Müssen uns ja nicht lieben

Auch AfD-Vizechef Alexander Gauland hält die beiden Vorsitzenden Frauke Petry und Jörg Meuthen trotz ihres harten Machtkampfs weiterhin für geeignet, die Partei gemeinsam zu führen. Beide seien fähig zusammenzuarbeiten, sagte Gauland dem Nachrichtenmagazin "Focus". "Wir müssen uns an der Spitze ja nicht lieben."

Zugleich kritisierte er Petrys Eingreifen in der baden-württembergischen Landtagsfraktion scharf. "Entscheidend war, dass Frau Petry ohne Absprache mit dem Landeschef wie eine heilige Johanna in Baden-Württemberg aufgetaucht ist und sich in Landesinterna eingemischt hat, die sie nichts angehen."

(felt/dpa)
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