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Umfrage
AfD kratzt an der Zehn-Prozent-Marke

Kurz-Porträt: Frauke Petry – jung, weiblich, populistisch
Kurz-Porträt: Frauke Petry – jung, weiblich, populistisch FOTO: dpa, spf pil tmk
Berlin . Die Alternative für Deutschland (AfD) nimmt bundesweit in Umfragen weiter Kurs auf die Zehn-Prozent-Marke: Zum Jahresende erreichte sie in der wöchentlichen Emnid-Umfrage für die "Bild am Sonntag" neun Prozent.

Sie verbesserte sich um einen Punkt im Vergleich zur Vorwoche. Auch andere Meinungsforschungsinstitute hatten in Umfragen vom Dezember Werte zwischen acht und neun Prozent für die Rechtspopulisten ermittelt, bei Infratest dimap waren es kurz vor Weihnachten sogar zehn Prozent.

CDU/CSU verbesserten sich in der aktuellen Emnid-Umfrage um einen Punkt auf 39 Prozent. Die SPD verlor im Vergleich zur Vorwoche einen Punkt und erreichte nur noch 24 Prozent. Die Linke legte einen Punkt zu auf zehn Prozent. Unverändert blieben die Grünen mit neun Prozent. Die FDP würde derzeit mit vier Prozent (minus ein Punkt) den Wiedereinzug in den Bundestag verpassen. Emnid befragte vom 17. bis 22. Dezember 1832 Bundesbürger.

Wagenknecht: Rot-Rot-Grün wohl unmöglich

Derweil hat sich Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht skeptisch zu den Chancen für ein rot-rot-grünes Regierungsbündnis nach der Bundestagswahl 2017 gezeigt. "Mit ihren betonierten 24 bis 25 Prozent wird die SPD Rot-Rot-Grün 2017 wahrscheinlich schon rein rechnerisch unmöglich machen", sagte sie in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Ohne eine grundlegende Wende in der SPD-Politik kann es ihrer Meinung nach keine Koalition mit der Linken geben. "Die SPD hat unter (Parteichef Sigmar) Gabriel den letzten Rest an Profil verloren."

Gespräche mit der SPD auf Spitzenebene machen nach Ansicht Wagenknechts deswegen auch nur wenig Sinn. "Wir haben uns dem nie verweigert. Aber um auszuloten wo die Differenzen sind, muss man nicht lange reden", sagte die frühere Wortführerin des linken Flügels ihrer Partei. Unter SPD-Regierungsbeteiligung sei Deutschland nicht sozialer, sondern sehr viel unsozialer geworden. "Die Linke wird sich an keiner Regierung beteiligen, die diesen Trend fortsetzt."

Wagenknecht führt die Linke im Bundestag seit Oktober zusammen mit Dietmar Bartsch. Die beiden lösten den langjährigen Fraktionschef Gregor Gysi ab, der weiterhin für ein rot-rot-grünes Bündnis wirbt. In einem in einem an Weihnachten veröffentlichten "Spiegel"-Interview begründete er seine Haltung vor allem mit dem Erstarken rechter Parteien in Europa.

"Die Linke hat aus meiner Sicht die Pflicht, zusammen mit SPD und Grünen ein linkes Projekt gegen die jetzige Entwicklung Europas und Deutschlands zu setzen", sagte Gysi. Er verglich dabei die jetzige Situation mit der Weimarer Republik. "Vor 1933 war es ein Versagen von KPD und SPD, dass sie nicht einmal im Ansatz Gemeinsamkeiten gegen die Nazis gefunden haben."

Die SPD hatte sich nach der letzten Bundestagswahl für ein Bündnis mit der Linken auf Bundesebene geöffnet. In den jüngsten Umfragen liegen die Sozialdemokraten zwischen 23 und 26 Prozent, die Linke zwischen acht und elf Prozent und die Grünen zwischen neun und zehn Prozent. In keiner Umfrage hat Rot-Rot-Grün eine Mehrheit.

(felt/dpa/AFP)
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